Die heutige Ankündigung von zusätzlichen Anleihekäufen in Höhe von 500 Milliarden Euro im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Program (PEPP) sowie die Verlängerung des Zeitfensters bis März 2022, neben anderen Mitteln für Finanzierungsprogramme, war eine wichtige Absichtserklärung der EZB. Allerdings hatte der Markt diesen Schritt aufgrund der Ankündigungen auf der letzten EZB-Pressekonferenz über eine Neuausrichtung der Politik und verschiedener Statements der EZB in den letzten ein bis zwei Monaten bereits erwartet. Die Ankündigungen spiegeln bis auf die Verlängerung des Zeitfensters für die PEPP-Käufe bis ins Jahr 2022 – und nicht wie erwartet bis Dezember 2021 – den Konsens des Marktes wider.

Wenn man sich die Erklärung genauer anschaut, sieht man eine EZB, die von ihrer Haltung weniger überzeugt war, als die Schlagzeilen suggerierten. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass das PEPP-Programm zwar erweitert werden könnte, aber der aktuelle Umfang der Käufe nicht vollständig ausgeschöpft werden muss. Obwohl man nicht von den akkommodierenden Maßnahmen abrücken wird, deutete in der Ankündigung wenig darauf hin, dass die EZB beabsichtigt den Umfang der Maßnahmen gegenüber dem jetzigen Stand zu erhöhen.

Die Märkte nahmen die Nachricht gut auf, wobei Anleihen gegenüber dem Vortag leicht nachgaben. Im Großen und Ganzen wird die EZB ein Auge auf die Anleihemärkte und Währungen haben und feststellen, dass das Ausbleiben einer enthusiastischen Reaktion zwar etwas enttäuschend ist, die fehlende Volatilität aber darauf hindeutet, dass ihre Glaubwürdigkeit in Bezug auf ihre Absicht, die günstigen Bedingungen beizubehalten, intakt ist.

Mark Dowding, Investmentchef bei Bluebay Asset Management

Auf ihrer geldpolitischen Sitzung kündigte die EZB eine Verlängerung ihres PEPP-Anleihekaufprogramms um neun Monate und eine Ausweitung um 500 Milliarden Euro an. Damit wird die Bilanzausweitung mindestens bis 2022 andauern. Weil die Ankündigung weitgehend den Markterwartungen entsprach, blieben die Reaktionen der Marktteilnehmer relativ verhalten.

In den USA wird erwartet, dass Fed-Chef Jerome Powell die Geldpolitik ebenfalls locker hält. Dem Anschein nach dürften hier die Aussichten auf fiskalische Maßnahmen, die Wirtschaft und Finanzmärkte weiter in Bewegung bringen sollen, auf dem Weg ins Jahr 2021 weitaus bedeutender als in der Eurozone ausfallen. Spielraum ist vorhanden: Die Breakeven-Raten für inflationsgebundene Anleihen sind seit der US-Wahl gestiegen, bleiben aber vorerst unter 2 Prozent.