Aktualisiert am 05.11.2021 - 12:12 UhrLesedauer: 4 Minuten

Finanzanalyse für Gewerbekunden Diesen Vorteil bringt die DIN-Norm 77235

Metallbauerin bei der Arbeit
Metallbauerin bei der Arbeit: Die Finanznalyse-Norm 77235 soll beim Beraten von Geschäftskunden helfen. | Foto: imago images / Fotostand
Walter Herbert (li.) und Mathias Grellert, Fotos: Defino

Der Geschäftsführer eines Gewerbebetriebes sucht nach Informationen über Cyber-Risiken. Und ist erstaunt, wie viele Anbieter und wie viel Wissenswertes der Markt für ihn im Internet bereithält. Ein eigener Vergleich überfordert ihn. Und so sucht er nach Merkmalen, die ihm bei der Suche nach einem Ansprechpartner oder einer Ansprechpartnerin Orientierung geben können. Schwierig, denn jeder Makler oder jede Maklerin positioniert sich mit Attributen wie „neutral“, „kundenorientiert“, „ganzheitlich“.

Ganzheitlichkeit, ein gutes Stichwort. Bei der Suche nach einer Absicherung von Cyber-Risiken stößt der Geschäftsführer auf weitere Produktarten: zur Absicherung von Auslandsgeschäften, Betriebsunterbrechungen wegen der anhaltenden Lieferengpässe, D&O-Versicherung und viele andere mehr. Manche Makler bieten auch Finanzierungen an. Nervosität wird sich da beim Geschäftsführer breit machen. Erst recht, wenn sich eine Krisensituation abzeichnet.

Ein Segen für diejenigen Maklerinnen und Berater, die in diesem Augenblick der Suche und in diesem Angebotsdickicht mit etwas auf sich aufmerksam machen können, das nicht nur Einiges verspricht, sondern die gewünschte Neutralität und Ganzheitlichkeit auch per Brief und Siegel bestätigt. Am besten ein anerkannter Qualitätsstandard, dessen Nutzen gerade Gewerbetreibende aus ihrer täglichen Arbeit nur allzu gut kennen. Eine DIN-Norm.

Risiko- und Chancenanalyse Geschäftskunden

Die DIN-Norm 77235 „Basis-Finanz- und Risikoanalyse für Selbstständige sowie kleine und mittlere Unternehmen“ bestätigt zertifizierten Maklern oder Finanzierungsvermittlern und anderen aus dem Bereich der Finanzberatung, nach einem anerkannten Standard eine neutrale und bedarfsorientierte Finanzanalyse des Betriebes vorzunehmen. Ein Standard, der nach einer umfassenden Systematik 52 für Geschäftskunden relevante Finanzthemen durchforstet und diese einer bestimmten Priorisierung als Orientierungshilfe unterzieht.

So helfen die DIN-Regeln etwa zu Beginn einer Krise, Risiken zu erkennen und bisher nicht abgesicherte Notwendigkeiten aufzuzeigen. Ist das Schlimmste ausgestanden, können Berater und Kunde die Norm nutzen, um Antworten zu finden auf die Frage: Welche Chancen für wieder mehr Geschäft sind realistisch, und wie kann die Firma eine nachhaltige Wende schaffen? Was die klassische Finanzanalyse bei großen Unternehmen ist, übernimmt künftig die DIN-Norm 77235 für Selbstständige und kleinere Mittelständler. Vielen Geschäftskunden ist klar, dass – ähnlich wie beim Bau eines Hauses – zunächst ein solides Fundament geschaffen werden muss. Dazu sind die Kundenbedarfe professionell zu erheben, bevor dann erst die Produktempfehlungen ins Spiel kommen. Und ihnen ist klar, dass eine DIN-Finanzanalyse am Ende stets ein individuelles Ergebnis produziert.

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