Das Finanzplaner Forum ist eine etablierte Weiterbildungsreihe für Finanzplaner und  vergleichbare Zertifikatsträger in mehreren Städten in Deutschland und Österreich.   Zu den am meisten nachgefragten Themen gehört die Digitalisierung der Branche | © Axel Jusselt Foto: Axel Jusselt

Digitale Finanzberater

So suchen Banken und Vermögensverwalter Anschluss an die Fintech-Szene

„Alexa, bitte setze Tennisbälle und Hundekuchen auf meine Einkaufsliste“, heißt es in einem Werbespot, in dem ein Hundehalter mit seiner unsichtbaren Sprachassistentin spricht. Alexa weiß nämlich, dass Bello um 18 Uhr vom Tierarzt zurückkommt und dann etwas aufgemuntert werden sollte. Mit wohlmodulierter Stimme wiederholt Alexa den Wunsch und spielt dann Bellos Lieblingsmusik ab. Alexa ist über den Lautsprecher Amazon Echo erhältlich und gehört zur Smart-home-Strategie des US-Riesen. Man soll die digitale Fachkraft jederzeit und überall befragen können.

Womöglich spricht Bellos Herrchen auch bald mit Alexa über die Börsenkurse oder weist sie an, bestimmte Fonds aus seinem Anlageportfolio zu verkaufen? UBS und Amazon testen seit Herbst 2016 ein Pilotprojekt namens „Ask UBS“. Die Bank will ihre Dienste in Amazons Sprachassistenten Alexa integrieren. „Wir wissen nicht, ob das in der Beratung wirklich funktioniert“, urteilt Chris Bartz, Gründer des Fintechs Elinvar, „aber wenn, können wir auch eine Sprachschnittstelle wie Alexa sehr schnell anbinden, unsere flexible IT-Architektur hat eine Adaptionszeit von nur wenigen Monaten.“ Sich wie viele etablierte Finanzdienstleister zu fragen, was in zwei oder drei Jahren gefragt ist, ist Sache der Fintechs nicht: „Die heutigen Veränderungen erfordern schnellere Reaktionszeiten.“

Bartz ist erster Ansprechpartner für Vermögensverwalter-Kunden bei Elinvar und Vorsitzender des Bitkom-Arbeitskreises Fintechs & Digital Banking. Er hat eine klare Vision, wohin die Branche mit zunehmender Digitalisierung steuert: „Auf der einen Seite die mega-skalierten Amazons unserer Branche wie Fidelity und Blackrock mit Billionen an verwaltetem Vermögen, auf der anderen Seite Maßschneider mit individuellen Angeboten.“ Letztere könnten durchaus auch auf zweistellige Milliardenbeiträge beim verwalteten Vermögen kommen. Die heutigen Marktteilnehmer müssten sich fragen, wo sie sichdort einsortieren und am besten in der Wertschöpfungskette positionieren.

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