Gründe dafür waren laut der Ratingagentur unter anderem höhere Zinsen sowie neue Bedürfnisse von Immobiliennutzern. Zudem machten gestiegen Nachhaltigkeitsanforderungen die Objekte teurer. Und der verstärkte Trend zum Homeoffice hatte die Nachfrage nach Büroflächen einbrechen lassen.
Laut Barkow Consulting sind die Mittelabflüsse in der Assetklasse der offenen Immobilienfonds mittlerweile auf 2,6 Milliarden Euro gestiegen.
Nun sorgte auch noch die Abwertung des Uniimmo: Wohnen ZBI von Union Investment für Negativ-Schlagzeilen. Dieser investiert hauptsächlich in Mietwohnungen und wurde um fast 17 Prozent beziehungsweise mehr als 860 Millionen Euro auf knapp 4,3 Milliarden Euro abgewertet. Die schnellen Zinserhöhungen hätten den Wert von Immobilien viel stärker beeinflusst als erwartet.
Björn Drescher sprach in diesem Zusammenhang in einem Kommentar sogar davon, dass das Vertrauen der Anleger in das Erwartungsmanagement einzelner Anbieter offener Immobilienfonds, in die Wertstabilität dieser Anlageform und in die Bewertungssystematik, auf die sich die Preisbildung der Fonds stützt, als nachhaltig geschädigt angesehen werden kann. Schließlich galt bisher das Narrativ: Wohnimmobilien sind deutlich wertstabiler als Büro- oder Gewerbeimmobilien.
Und auch Immobilien allgemein haben schon bessere Zeiten gesehen: Schnell und stark steigende (Bau-)Zinsen haben dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach Immobilien eingebrochen ist. Auch die Refinanzierung großer Investitions-Objekte ist durch die teureren Kredite schwieriger geworden.
Lohnen sich also Investitionen in Immobilien noch? Darüber sprachen Christian Gritzka (Gesellschafter und Vorstand DGK Daniels, Gritzka, Kraft & Co. Vermögensverwaltung), Uwe Mahrt (Geschäftsführer Pangaea Life), Nicolai Soltau (Leiter Fondsmanagement Logistik Patrizia) sowie Jason Taylor (Leiter des Portfoliomanagement Immobilien bei Hansainvest) während einer Panel-Diskussion beim Eurominds-Wirtschaftsgipfel, die von Birte Penshorn (Redakteurin bei DAS INVESTMENT) moderiert wurde.