Dividenden im Fokus Stabilität für ein schwankungsreiches Umfeld

Die Brooklyn Bridge in New York in ihrem dritten Jahrhundert: Aktien mit guter Gewinnstabilität und Bilanzstärke können Anleger durch jede Marktphase bringen. | © Getty Images

Die Brooklyn Bridge in New York in ihrem dritten Jahrhundert: Aktien mit guter Gewinnstabilität und Bilanzstärke können Anleger durch jede Marktphase bringen. Foto: Getty Images

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Daniel Roberts verwaltet bei Fidelity globale Fonds für Dividendenaktien

Die Gewinnerwartungen sinken, die Zinsen sind gestiegen, das weltweite Wachstum lässt nach. Vieles spricht derzeit dafür, dass sich im laufenden Jahr die Konjunktur merklich abkühlen wird. All das verändert die Rahmenbedingungen für Aktienanleger fundamental. Stammte in den vergangenen Jahren ein großer Teil der Wertentwicklung von Aktien aus wachsenden Erträgen oder aus steigenden Gewinnerwartungen, rückt nun die dritte große Ertragskomponente ins Zentrum: die Dividendenrendite. Es geht also weniger um Wachstumserwartungen als vielmehr um Gewinnstabilität und Bilanzstärke. Mit anderen Worten: Gefragt sind defensive Titel, die auch eine konjunkturelle Talfahrt nicht ins Schlingern bringt, oder die durch besonders gute Wettbewerbsfähigkeit und hohe Finanzkraft in der Lage sind, auch schwierigen Zeiten zu trotzen.

Qualitätstitel für die Endphase der Hausse

In der jüngeren Vergangenheit waren Dividenden eine entscheidende Quelle für laufende Erträge vor allem als Alternative zu den immer spärlicheren Zinserträgen. Nun aber deuten viele Indikatoren darauf hin, dass die zehnjährige Hausse bald an Schwung verlieren könnte. Unternehmen mit wenig zyklischen Geschäften, niedriger Verschuldung und stabilen Cashflows rücken deshalb auch bei risikoorientierten Aktienanlegern stärker in den Fokus. Sie sind nicht nur besonders dividendenstark, sondern mit ihren tendenziell defensiven Geschäftsfeldern auch in der Lage, Gewinne konstant hoch zu halten – unabhängig davon, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickeln.

Dividendenwachstum statt KGV

Dividendenorientierte Anlagestrategien fokussieren sich nicht so sehr auf kurzfristige Bewertungskennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, sondern beobachten beispielsweise das Kurs-Cashflow-Verhältnis einer Aktie und die Free-Cashflow-Rendite eines Unternehmens über einen kompletten Konjunkturzyklus. Sie legen zudem Wert auf geringe Verschuldung, transparente Bilanzen und leicht verständliche Geschäftsmodelle, die jederzeit funktionieren. Und sie achten darauf, dass Unternehmen die Dividenden möglichst regelmäßig erhöhen: Denn nachhaltiges Dividendenwachstum ist ein Nachweis für ein besonders robustes Geschäftsmodell – und zugleich ein Risikopuffer in unruhigen Zeiten.

Alle Sektoren sind vertreten

Unternehmen mit diesem Profil lassen sich in allen Wirtschaftssektoren finden. Wenig überraschend dominieren dabei tendenziell Branchen mit einer hohen Kapitalrendite wie das Gesundheitswesen, die Industrie und Technologie oder auch Produzenten langlebiger Konsumwaren. Zykliker, hoch verschuldete Unternehmen wie etwa aus dem Rohstoffsektor sowie Finanzwerte mit ihren oft schwer lesbaren Bilanzen gehören dagegen seltener zu den Favoriten dividendenorientierter Investoren. Ein Aktienportfolio, das diese Faktoren berücksichtigt, kann gerade in einem unsicheren und schwankungsreichen Umfeld Stabilität bieten.