Die Börse in Kuwait. (Foto: Getty Images)

Die Börse in Kuwait. (Foto: Getty Images)

Dividenden-Stars

Chancen mit MENA-Aktien – Die volatilen Jahre sind vorbei

Nach mehreren volatilen Jahren deutet die Performance der Aktien der MENA-Region seit Mitte 2013 unserer Meinung nach auf eine Regeneration hin. MENA-Aktien übertrafen Schwellenmarktaktien erheblich und schlossen die Fünf-Jahres-Performancelücke zwischen sich und den zuvor starken Schwellenmärkten.

Unserer Ansicht nach deutet die Widerstandsfähigkeit von MENA-Aktien gegenüber der Volatilität, die sich seit Mitte 2013 in Schwellenmärkten beobachten lässt, darauf hin, dass Anleger ihren Blick vermehrt auf die potenzielle Attraktivität dieser Region richten.

Unter den Merkmalen, die wir für attraktiv halten, sind gesunde staatliche Bilanzen, riesige Devisenreserven und ein solides Wirtschaftswachstum sowie Fortschritte bei der Kontrolle einiger wohl bekannter geopolitischer Probleme.

Expo 2020 und Fußball-WM verstärken Infrastrukturmaßen


Die riesigen Haushaltsüberschüsse, die von den meisten Ländern des Gulf Cooperation Council (GCC) verzeichnet werden, ermöglichten vielen von ihnen, ihre nationalen Volkswirtschaften über hohe Infrastruktur- und Bildungsinvestitionen zu diversifizieren und nachhaltiger zu gestalten.

So glauben wir, dass die Weltausstellung „World Expo 2020“ in Dubai und die zwei Jahre später stattfindende FIFA-Fußballweltmeisterschaft in Katar dazu beitragen dürften, dass sich der Bau wichtiger Infrastruktureinrichtungen in der GCC-Region – der bereits begonnen hat – noch weiter fortsetzen wird.

Der Boom bei den Infrastrukturausgaben könnte Aktienanlegern enorme Möglichkeiten bieten. Gesunde, gut kapitalisierte Banksysteme mit starker staatlicher Unterstützung und geringer Verschuldung haben über ein erhebliches Kredit- und Einlagenwachstum ebenfalls zur Widerstandsfähigkeit der GCC beigetragen. Wir glauben daher, viele Bereiche der MENA-Region bieten eine einmalige Kombination aus einem attraktiven Wachstumsprofil, das für Schwellenmärkte typisch ist, und Kreditratings, die mit jenen der gesündesten Industriemärkte vergleichbar sind. MENA-Märkten sind liquider geworden

Es gibt auch eine bemerkenswerte Verbesserung bei der Marktliquidität. Das erhöht die Attraktivität von MENA-Aktien unserer Meinung nach noch zusätzlich. Dabei hat sich der Umsatz im Aktienmarkt 2014, ohne Saudi-Arabien, mehr als verdoppelt. Wir glauben, die Liquidität der MENA-Märkte dürfte sich potenziell noch weiter verbessern, da die Region als Ziel für Aktienanleger an Bekanntheit gewinnt.

Die Entscheidung MSCIs, den Status von Dubai und Katar ab Mai 2014 von Grenzmarkt zu Schwellenmarkt zu ändern, bestätigt diese zunehmende Prominenz. Sie stellt unserer Meinung nach einen wichtigen Schritt bei der Aufstellung der MENA-Region als einen einzigen, identifizierbaren, wenn nicht sogar homogenen, Teilbereich des Aktienanlageuniversums dar, der mit Lateinamerika und Zentral- und Osteuropa im Schwellenmarktuniversum vergleichbar ist.

Wir glauben, die Öffnung des saudi-arabischen Aktienmarkts, dem größten MENA-Aktienmarkt für ausländische Investitionen, dürfte für die Region ebenfalls einen riesigen Schritt nach vorne bedeuten.

Zahlreiche Neuemissionen sind Zeichen für Wachstum

Die zunehmende Tiefe und Reife der MENA-Kapitalmärkte lässt sich auch anhand der gestiegenen Zahl der Börsengänge beobachten. Die hervorragenden Marktbedingungen der letzten Jahre führten zu einer Vielzahl von Neuemissionen in den GCC-Ländern.

Unserer Ansicht nach bieten die ehrgeizigen Entwicklungs- und Kapitalinvestitionspläne in MENA-Unternehmen ebenfalls Anlass zu der Überzeugung, die Kapitalmärkte in der Region seien generell für ein weiteres, rasantes Wachstum aufgestellt.

Die MENA-Region könnte auch von einem höheren Interesse aus der islamischen Finanzwelt profitieren. Die Nachfrage nach Sukuk – Anleihen, die islamisches Recht befolgen – hat zum Beispiel in den letzten Jahren das Angebot weit übertroffen. Diese Nachfrage veranschaulicht das rasante Wachstum der islamischen Bankenbranche und das steigende Interesse an glaubwürdigen, Scharia-konformen, liquiden Wertpapieren mit attraktiven Risiko-Ertrags-Profilen.

Geopolitische Situation in Syrien und Ägypten verbessert sich

Wir glauben auch, dass sich die geopolitische Situation etwas stabilisieren könnte. Der Bürgerkrieg in Syrien, obwohl er immer noch nicht vorüber ist, hat sich zumindest nicht ausgeweitet. In Ägypten folgte auf die Absetzung von Präsident Mohammed Morsis durch das Militär Anfang Juli letzten Jahres eine progressive Niederschlagung der Unruhen und die Stabilisierung der Wirtschaft, die zu einem dramatischen Comeback ägyptischer Aktien führte.

Sofern es tatsächlich auch umgesetzt wird, könnte das vor kurzem abgeschlossene vorübergehende Abkommen zwischen dem Iran und dem Westen in Hinsicht auf das Nuklearprogramm des Irans das Vertrauen in den Mittleren Osten weiter erhöhen.

Weiteres Potenzial von MENA-Aktien

MENA-Aktien an sich weisen weiterhin eine Reihe von Eigenschaften auf, von denen wir glauben, sie werden zu einem größeren Interesse unter Anlegern führen.

Selbst nach der starken Performance im vergangenen Jahr, werden die MENA-Märkte immer noch mit einem Abschlag gegenüber den historischen Werten gehandelt. Das deutet unserer Meinung darauf hin, dass sie über weiteres Potenzial verfügen.

Dies insbesondere auch, da unsere Performanceanalyse zeigt, dass sie während des Zeitraums von Februar 2009, als die weltweiten Finanzmärkte mit ihrer zyklischen Erholung begannen, bis Ende Februar 2014 immer noch hinter vergleichbaren Werten in Schwellenmärkten zurückblieben.

Die höchsten Dividendenerträge liegen bei MENA-Aktien

Außerdem bedeutet das nachhaltige Wachstum bei den Unternehmensumsätzen während des vergangenen Jahres unserer Meinung nach, dass MENA-Aktienbewertungen trotz der gestiegenen Marktkurse nach wie vor angemessen sind.

Und selbst wenn die Aktienkurse ein wenig ihrer jüngsten Zugewinne wieder abgeben sollten, die Dividendenerträge sind unter den höchsten der Welt. Das bietet eine gewisse, potenzielle Absicherung nach unten.

Außerdem scheinen Anleger zu realisieren, dass GCC-Währungen an den US-Dollar gekoppelt sind, wodurch das Währungsrisiko möglicherweise gemindert wird. Unsere Analyse zeigt weiter, dass MENA-Aktien nur geringe Korrelationen zu globalen Indizes aufweisen. Sie weisen eine viel geringere Korrelation mit Aktien der Industriemärkte auf als Schwellenmarktaktien und bieten Anlegern daher eine interessante Möglichkeit ihre Portfolios zu diversifizieren.

Kurz gesagt: Unvorhersehbare Ereignisse ausgenommen, könnten MENA-Aktien unserer Meinung nach auch weiterhin von der stetig steigenden Liquidität in den Märkten der Region und der Möglichkeit profitieren, dass die Zinsen noch eine Zeitlang niedrig bleiben werden.

Mehr zum Thema
Exoten-Fonds-Porträt: Schroder ISF Frontier Markets EquityMit BBC und GCC zum Erfolg Mark Mobius über die Emerging MarketsVereinigte Arabische Emirate: Schmelztiegel der Schwellenmärkte Tops & Flops: Grenzmärkte sprinten etablierten Schwellenländern davon