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Jahreshauptversammlung: Titel mit hohen Dividendenrenditen bieten neben Kapitalwachstum auch regelmäßige Erträge. | © imago images / Werner Schmitt Foto: imago images / Werner Schmitt

Dividendenaktien

Drei große Risiken für 2020

Daniel Roberts, Fondsmanager Fidelity Global Dividend Fund

Im Jahr 2020 müssen Aktienanleger drei große Klippen umschiffen. Erstens liegen die Bewertungen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Darin spiegeln sich die vielfach erwartete weitere Unterstützung der Zentralbanken für die Märkte wider, sowie Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung, nachdem mehrere Leitindikatoren ihre Talfahrt beendet haben. Die hohen Bewertungen lassen Kurseinbrüche wahrscheinlicher werden, sollten die Zinserwartungen steigen oder die Wachstumserwartungen einen Dämpfer erhalten.

Zweitens ist die Rentabilität der Unternehmen im langjährigen Vergleich sehr hoch. Wir gehen zwar nicht von einer Rückkehr zum Mittelwert aus. Dennoch stellen wir fest, dass – abgesehen vom Umsatzwachstum -– Gewinntreiber wie Margen, Zinsen, Steuern und Aktienrückkäufe an ihre Grenzen stoßen. Damit hängt es nahezu ausschließlich vom Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ab, ob die hohen Erwartungen der Anleger erfüllt werden.

Drittens erscheinen viele Unternehmensbilanzen angespannt. Vor allem in bestimmten Regionen wie den USA sowie in einzelnen Branchen wie Grundbedarfsgütern und Telekommunikation, um nur zwei Beispiele zu nennen, ist die Verschuldung zuletzt stark gestiegen.

Die gute Nachricht: Die Zinsen bleiben im Tief

Positiv schlagen dagegen die anhaltend niedrigen Zinsen zu Buche. Sie machen Aktien weiterhin interessant für Anleger, die neben Kapitalwachstum auch nach regelmäßigen Erträgen suchen. Denn in einem breiten globalen Markt lassen sich immer gute Qualitätsunternehmen mit fairen Bewertungen finden. Insbesondere Titel mit hohen Dividendenrenditen bieten hier vielfache Optionen.

Achtung: Unrealistische Gewinnerwartungen

Wir halten die aktuell herrschenden Erwartungen zum globalen Gewinnwachstum für 2020 schlicht für überzogen. Prognostiziert wird im Konsens ein Anstieg um mehr als 10 Prozent gegenüber 2019, was uns zu optimistisch erscheint. Das ist nicht ungewöhnlich, denn häufig schießen die Analysten bei ihren Gewinnprognosen über das Ziel hinaus. Im Zusammenspiel mit hohen Bewertungen sehen wir darin jedoch ein Problem für die künftigen Renditen.

In den vergangenen Jahren wurde das Gewinnwachstum von verschiedenen Faktoren beflügelt. Neben dem vor allem in den USA günstigen Wirtschaftsumfeld und den höheren Margen dank Kostenkontrolle, niedrigerer Zinsen und – nicht unwesentlich – niedrigerer Steuern sind hier auch zahlreiche Aktienrückkäufe zu nennen. So nutzten Unternehmen zuletzt massenhaft günstige Konditionen an den Anleihemärkten, um mehr Fremdkapital aufzunehmen und damit eigene Aktien zurückzukaufen. Diese Trends werden sich möglicherweise nicht umkehren.

Aktienrückkäufe verzerren das Gewinnwachstum

Wir halten es aber auch für wenig wahrscheinlich, dass von Aktienrückkäufen 2020 noch einmal ein ähnlich starker Rückenwind für die Kurse ausgeht wie in den Jahren zuvor. Wir schätzen, dass Rückkäufe in den vergangenen Jahren rund drei Prozent pro Jahr zum Gewinnwachstum je Aktie beigetragen haben. Inzwischen aber schütten US-Firmen mehr Barmittel in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden an ihre Aktionäre aus als sie mit ihrem operativen Geschäft erwirtschaften. Die Lücke schließen sie mit Fremdkapital. Das kann nicht ewig so weitergehen.

Dazu kommt, dass mit steigenden Löhnen, hohem Preisdruck, strengeren Auflagen und höheren Zölle viele Faktoren auf den Margen lasten, die auch 2020 Bestand haben dürften. Für unser Portfolio meiden wir daher nach wie vor Firmen zweifelhafter Qualität und mit hoher Verschuldung. Sie werden zwar möglicherweise mit niedrigen Kurs-Gewinnverhältnissen gehandelt und bieten hohe Dividendenrenditen. Oft fehlen ihnen aber die transparenten Cashflows, nach denen wir suchen.

Am anderen Ende des Spektrums halten wir uns von Unternehmen mit sehr hohen Bewertungen fern. Das trifft zum Beispiel auf Unternehmen aus den Verbraucher-Technologiebereichen zu. Hohe Bewertungen sind Ausdruck hoher Erwartungen an das künftige Wachstum. Damit ist die Gefahr von Enttäuschungen groß, der Sicherheitspuffer aber sehr klein. Viele dieser Unternehmen zahlen zudem keine Dividenden, weshalb sie für Ertragsanleger uninteressant sind.

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Wichtige Informationen:

Diese Unterlage ist eine Marketinginformation. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage des Kundeninformationsdokuments „Wesentliche Anlegerinformationen“ und des veröffentlichten Verkaufsprospekts, des letzten Geschäftsberichts und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichts getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufs. Anleger in Deutschland können diese Unterlagen kostenlos bei der FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt am Main, anfordern. FIL Investment Services GmbH veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlung. Die im Text genannten Unternehmen dienen nur der Illustration und sind nicht als Kaufs- oder Verkaufsempfehlung zu verstehen. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Informationen aus externen Quellen werden hinsichtlich ihrer Richtigkeit oder Vollständigkeit von Fidelity International nicht garantiert. Ebenso haftet Fidelity International nicht für entstandene Verluste aus der Verwendung der Informationen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Erträge. Fidelity International, das Fidelity International Logo und das „F-Symbol“ sind eingetragene Warenzeichen von FIL Limited. FIL steht für FIL Limited (FIL) und ihre jeweiligen Tochtergesellschaften. Herausgeber für Deutschland: FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt am Main. Stand, soweit nicht anders angegeben: Februar 2020. MK10738

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