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Ausschüttungen für Aktionäre Dividendentitel weiter interessant

Allianz
Allianz: Der Münchner Versicherer zählte auch in der Corona-Krise zu den zuverlässigen Dividendenzahlern. In den kommenden Jahren soll die Ausschüttung an die Aktionäre weiter angehoben werden. | Foto: Imago Images / Eibner

Der Regulator legte Unternehmen einiger Branchen Ausschüttungsverbote auf, um die Finanzstabilität der Unternehmen und des Marktes zu schützen. Diese Gemengelage sorgte im vergangenen Jahr für ausschüttungsorientierte Anleger zu einer Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt. Zumal die Aktienmarkterholung nach dem März-Crash hauptsächlich durch die Corona-Gewinner aus dem Technologiesektor und dem Onlinehandel getragen wurde, welche aber keine beziehungsweise nur geringe Dividenden ausschütten.

Michael Hackbarth Foto: Lunis Vermögensmanagement
Michael Hackbarth
Foto: Lunis Vermögensmanagement

Mit Beginn der Lockerungen der Pandemiebeschränkungen zogen in diesem Jahr die Gewinne wieder deutlich an. Und die Unternehmen konnten zu großen Teilen zu ihrer Ausschüttungspolitik zurückkehren, was eine sehr erfreuliche Performance für die Anleger:innen in Dividendentiteln zur Folge hatte. Einige Firmen zahlten sogar die ausgefallene Dividende aus 2020 als Sonderausschüttung in diesem Jahr nach.

Mit der anziehenden Inflation, ausgelöst durch Basiseffekte, Lieferkettenengpässe und der Diskussion über steigende Zinsen, kehrt seit einigen Wochen die Unsicherheit in defensive Sektoren und Unternehmen, die ein anleiheähnliches Profil aufweisen, zurück.

Aber auch, wenn einige Zentralbanken die Zinsen bereits angehoben haben und die Renditen der Anleihen gestiegen sind, reicht die Verzinsung bei weitem nicht aus, um die Inflation zu kompensieren. Die Anleger:innen erleiden ein Realzinsverlust. Daher bleiben trotz regional drohender Zinserhöhungen Aktien mit hohen Dividenden ein attraktives Investment. Zumal die Ausschüttungen mit einer weiteren Normalisierung der wirtschaftlichen Situation voraussichtlich auch im nächsten Jahr weiter ansteigen werden.


Als Anleger sollte man jedoch nicht nur allein auf die Dividendenrendite schauen, sondern auch auf resiliente Geschäftsmodelle der Unternehmen achten, um sich vor negativen Überraschungen zu schützen. Investoren, die auf etwas Ausschüttungsrendite verzichten können, haben die Möglichkeit, über eine Faktor-Allokation die Qualität und Nachhaltigkeit ihres Portfolios zu erhöhen, ohne auf regelmäßige Erträge verzichten zu müssen.


In solchen Scoring-Modellen werden qualitative, wachstums- und ausschüttungsorientierte Kriterien miteinander verknüpft, wodurch die Risiken des Anlegers deutlich reduziert werden können. Weitere Kriterien sind zum Beispiel Kennzahlen der Profitabilität, Bruttomargen, künftige freie Cashflows und Ausschüttungsquoten.

Wie der Blick auf den Track-Record in einem global diversifizierten Portfolio auf der Basis eines solchen Scoring-Modells zeigt, konnten die Anleger:innen über die vergangenen Jahre eine deutliche Outperformance gegenüber der Benchmark realisieren und trotzdem eine Dividendenrendite von 3 bis 3,5 Prozent erwirtschaften. Ein Ergebnis, welches deutlich über den aktuellen Geldmarkt- und Anleiherenditen liegt, die sich in vielen Regionen auch in der nahen Zukunft so schnell nicht ändern werden.

Über den Autor: Michael Hackbarth ist Portfoliomanager bei Lunis Vermögensmanagement in Frankfurt am Main.

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