Quelle: Thomas K. / photocase.com

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DIW: Ostdeutschland droht Altersarmut

Das durchschnittliche Nettovermögen ist im Osten zwischen 2002 und 2007 um knapp zehn Prozent gesunken, während es im gleichen Zeitraum in Westdeutschland um gut elf Prozent angestiegen ist. Der Vermögensrückgang der 36 bis 65 Jahre alten Ostdeutschen beläuft sich sogar, je nach Alter, auf bis zu 17 Prozent. Schuld an dieser insbesondere im Hinblick auf die künftige Alterssicherung besorgniserregenden Entwicklung sei, so DIW, vor allem die höhere Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern. Nach der Hartz-IV-Regelung waren die Langzeitarbeitslosen gezwungen, ihr Vermögen aufzuzehren, bevor sie staatliche Hilfe in Anspruch nehmen konnten. Auch der Preisverfall selbstgenutzter Immobilien in Ostdeutschland trug nach Angaben des DIW zur Vermögensungleichheit bei. So ist der durchschnittliche Wert ostdeutscher Immobilien im Untersuchungszeitraum um rund 7.000 Euro auf 80.000 Euro gesunken, während die Immobilienpreise in den alten Bundesländern mit 154.000 Euro um rund 6.000 gestiegen sind. Selbstgenutzte Immobilien sind nach wie vor die wichtigste Anlageform in Deutschland. Auch Vermögensungleichheit zwischen arm und reich weiter gestiegen Neben dem Ost-West-Gefälle hat im Untersuchungszeitraum auch die Vermögensungleichheit zwischen Arm und Reich weiter zugenommen. So stellten die Forscher einen inflationsbereinigten durchschnittlichen Vermögenszuwachs von rund zehn Prozent fest. Dabei fielen die Vermögenszuwächse umso höher aus, je größer das vorhandene Vermögen bereits vorher war. Bei einem rechnerischen Durchschnittsnettovermögen von 88.000 Euro pro Erwachsenem, besaßen 27 Prozent der Bürger kein persönliches Vermögen oder waren sogar verschuldet. Das reichste Zehntel der Bevölkerung dagegen hatte ein Netto-Gesamtvermögen von mindestens 222 000 Euro. Als wirkungsvoll bezeichnen die Forscher die in vergangenen Jahren erfolgten politischen Bemühungen um eine verstärkte private Altersvorsorge. So hat sich der Wert des in Kapitalversicherungen angelegten Vermögens zwischen 2002 und 2007 um rund 18 Prozent vergrößert – eine Entwicklung, die DIW unter anderem auf die Reformen zur Förderung der privaten Altersvorsorge wie die Riester- oder die Rürup-Rente zurückführt. Auch die Sparquote ist zwischen 2002 und 2007 deutlich von 9,9 Prozent auf 10,8 Prozent gestiegen. Für die Studie werden seit 25 Jahren jedes Jahr mehr als 20.000 Personen in rund 11.000 Haushalten in Deutschland befragt.

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