DJ Börse Frankfurt/Wochenausblick: Der Boden könnte erreicht sein

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DJ Börse Frankfurt/Wochenausblick: Der Boden könnte erreicht sein

16. Februar. Frankfurt (Börse Frankfurt). Ruhig könnte es in dieser Woche an den deutschen Börsen losgehen, erwarten Händler. Zu den ohnehin niedrigen Umsätzen kommt nämlich der heutige Börsenfeiertag in den USA. Dort sind wegen des Nationalfeiertags Georg Washingtons Geburtstag die Börsen geschlossen. Insgesamt prägten die Krise der Autoindustrie und das große ungelöste Problem innerhalb des US-Maßnahmenpakets - das Losschlagen der faulen Wertpapiere der Banken - weiter einen großen Teil der aktuellen Konjunkturdiskussion. Der berühmte Lichtblick Positive Signale gibt es auch: Die Einzelhandelsumsätze in den USA, die am vergangenen Freitag veröffentlicht worden sind, haben ihren Abwärtstrend überraschenderweise im Januar nicht fortgesetzt. Entgegen den allgemeinen Erwartungen sind die Umsätze um ein Prozent gegenüber dem Vormonat angestiegen. Die positive Nachricht erhalte noch zusätzliches Gewicht, weil der Zuwachs nicht auf einen Sondereffekt zurückzuführen sei, interpretieren die Volkswirte der DekaBank. Trotz der steigenden Arbeitslosenrate seien die US-amerikanischen Privathaushalte also bereit zu konsumieren. Eine Trendwende und damit Ende der US-Rezession bedeuteten die Umsatzzahlen nicht, aber sicherlich ein Lichtblick am Horizont. Ob daraus mehr werden könnte, müssen die Konjunkturdaten in dieser Woche zeigen. Viel Bedeutung misst Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, den ZEW-Konjunkturerwartungen bei. "Wichtig ist der Ausblick, den das Barometer liefert. Wenn sich dieser weniger schlecht darstellt, dann gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die initiierten Programme und Konjunkturmaßnahmen allmählich greifen." Der Index der Frühindikatoren für die USA und der Philly Fed Index seien Daten, bei denen nicht viel Positives erwartet werde, aber jede aufbauende Nachricht helfe. In Deutschland interessiere konkret die Fortsetzung der Berichtssaison bei Daimler, MAN, Conti, aber insbesondere bei Commerzbank, Postbank oder MLP. "Die Zahlen der Commerzbank und Postbank werden sicherlich die emotionalen Höhepunkte werden", meint Halver. "Die zentrale Frage der Marktteilnehmer jedoch ist: Kommen die USA mit dem Bankenrettungspaket voran", bringt Halver das Hauptinteresse der Marktakteure auf den Punkt. "Konjunkturpakete ohne funktionierende Banken sind wie der Versuch, ohne Sprit Auto zu fahren. Das kann nachhaltig nicht funktionieren". Der Staat muss bei der Preisfindung von aktuell marktpreisunfähigen, toxischen Wertpapieren helfen und insbesondere den Banken das Problem unendlicher Abschreibungen abnehmen. Private Investoren sind dazu nicht in der Lage, da sie an Risikoabbau, nicht -aufbau denken". Erst wenn man bei diesen Punkten weiterkomme, dann wäre der Silberstreif am Horizont deutlich zu sehen. Ob daraus ein Morgengrauen werden könnte, müssen die Konjunkturdaten der kommenden Woche zeigen. Technisch trübes Bild Uneingeschränkt pessimistisch ist dagegen Klaus Deppermann, technischer Analyst der BHF Bank. Es gäbe jedoch etliche Faktoren, die seiner Ansicht nach gegen einen mittelfristigen Anstieg der Börsenpreise sprechen. Dazu zählten u. a. die Charts einiger Indizes, die eher einen baldigen Ausbruch nach unten nahe legten als einen unmittelbaren Ausbruch nach oben. "Die Chart-Konstellation und die zyklischen Ablaufmuster, die wir aufgrund der Analyse früherer langfristiger Bodenbildungsphasen identifizieren konnten, sprechen für eine kurze, aber durchaus kräftige letzte Abwärtswelle, die vor allem einige europäische Indizes nochmals auf neue Tiefstände innerhalb der Bodenbildung befördern könnten." Hauptschwachpunkt innerhalb der technischen Indikatoren seien nach wie vor die Stimmungsindikatoren und hier vor allem die für Europa. "Die nächsten ein bis zwei Wochen dürften jedoch nochmals eine harte Belastungsprobe für die Nerven der Anleger werden." Wichtige Konjunkturtermine der Woche Montag, 16. Februar, *USA: Börsenfeiertag *Washington"s Birthday. Dienstag, 17. Februar 11.00 Uhr. *Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartung.* Trotz Rezession könnte der Frühindikator, der auf den mittelfristigen Erwartungen von Analysten und institutionellen Anlegern bezüglich der Konjunkturaussichten für die nächsten sechs Monate basiert, im Februar gestiegen sein. Der Marktkonsenz rechnet mit -25 Punkten nach -31 Punkten im Januar. Ein negativer Wert deutet auf eine Konjunkturabschwächung hin. Donnerstag, 19. Februar 16.00 Uhr. *USA: Philadelphia-Fed-Index Janua*r, kurz Philly Fed-Index. Der Index der Philadelphia Federal Reserve Bank zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für den US-Markt. Er bezieht sich im Wesentlichen auf das verarbeitende Gewerbe und gilt als zuverlässigster Indikator für die Entwicklung des ISM-Index. Ein positiver Indexstand deutet auf eine weitere Expansion der US-Wirtschaft hin. Das Herz des zyklischen Amerikas sollte dem Marktkonsenz zufolge keine positiven Signale geben. Die Schätzungen gehen mit -25 Punkten von einer leichten Verschlechterung gegenüber dem Vormonat aus. Freitag, 20. Februar 9.30 Uhr. *Deutschland: Einkaufsmanagerindex*. Die Volkswirte der DekaBank erwarten kaum Veränderung zum Vormonat im verarbeitenden Gewerbe. Das könnte die Bodenbildung sein. 14.30 Uhr. *USA: Verbraucherpreise für Januar.* Die Volkswirte der HSBC gehen von einem leichten Anstieg im Januar um 0,3 Prozent aus, nachdem die Verbraucherpreise im Dezember noch um 0,7 Prozent gestiegen waren. Weitere Konjunkturtermine und aktuelle Zahlen direkt nach der Veröffentlichung finden Sie in unserem Terminkalender. Neue Unternehmen an der Börse 16. Februar: Hilbroy Advisory Inc., Regio Capital AG, Knado Inc., Jeweils Einbeziehungen in das First Quotation Board im Open Market. Sie können den kostenlosen Wochenausblick per E-Mail beziehen, melden Sie sich einfach für unseren Newsletter an. © 16. Februar 2009/Dorothee Liebing Disclaimer Die nachfolgenden News werden Ihnen direkt von der Redaktion von boerse-frankfurt.de bereitgestellt. Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Wertpapiers.

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February 16, 2009 04:33 ET (09:33 GMT)

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