DJ Börsen in Europa sehr schwach - Mit dem Bankensektor südwärts

DJ Börsen in Europa sehr schwach - Mit dem Bankensektor südwärts

FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktienmärkte haben nach zunächst verhaltener Entwicklung am Dienstag sehr schwach geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 verlor 2,3% oder 52 auf 2.201 Punkte, der Stoxx-50 gab um 1,9% bzw 38 auf 1.936 Punkte nach. Händler führten die Kursverluste auf die erneute Schwäche des Bankensektors und die nicht abreißenden negativen Meldungen zurück. Sorgen über weitere staatliche Interventionen und massive Verluste bei den anstehenden Quartalszahlen sorgten für Abgaben.

Im frühen Geschäft an Wall Street kamen auch die Aktien aus dem US-Finanzsektor massiv unter Druck. Auslöser war hier der Finanzdienstleister State Street, der schwache Zahlen vorgelegt hatte. Letzlich verlor der Stoxx-600-Banken-Index 7,3%. Französische Bankenwerte standen besonderes unter Druck. Hintergrund waren die Äußerungen der französischen Finanzministerin, Banken sollten ihre Dividenden Kürzen und Boni streichen. Dies sei ein eindeutiger Hinweis, wohin die Reise geht, meinten Händler. Hinzu kämen negative Analystenkommentare und die CDO-Engagements der französischen Banken. BNP verloren mit 13,3% auf 23,71 EUR am stärksten.

Lloyds brachen sogar um 31% auf 45 p ein. "Nach den bösen Überraschungen, die uns die Royal Bank of Scotland bereitet hat, fragt man sich, was nun bei HBOS noch an Problemen lauert", so ein Marktteilnehmer. Die Anleger fürchteten, dass die Entwicklung in eine ähnliche Richtung wie bei Royal Bank of Scotland gehen könnte.

Autosektor durch Fiat im Zentrum des Interesses

Auch im Autosektor tat sich einiges. Fiat plant, 35% an dem angeschlagenen US-Autobauer Chrysler zu übernehmen. Darüber hinaus wollen sich die Italiener eine Option auf eine Ausweitung der Chrysler-Beteiligung auf 55% sichern. Der Einstieg des Autoherstellers beim US-Konkurrenten birgt nach Einschätzung von Analysten zwar Risiken, er könnte sich bei den gegenwärtigen Marktbedingungen aber auch auszahlen.

Positiv sei, sagt UniCredit-Analyst Gabriele Parini, dass Chrysler mit Hilfe der Italiener schnell der Forderung nach abgasärmeren Modellen nachkommen kann. Analyst Jens Schattner von Oppenheim Research sieht denn auch erfreuliche Seiten der Transaktion. Fiat bekomme etwas, ohne dafür zu zahlen, das berge doch ein erhebliches Potenzial, argumentierte er. Die Aktien von Fiat schlugen sich, nach der Wiederaufnahme des Handels am Mittag, mit einem Abschlag von 1,3% auf 4,42 EUR denn auch recht gut.

Ansonsten sah es für den Autosektor, der 2,3% verlor, schlecht aus. Die Branche hat nach Ansicht von Günter Verheugen Überkapazitäten von 20% aufgebaut und wird wegen des Nachfragerückgangs Produktionsanlagen stilllegen müssen. Der Vizepräsident der EU-Kommission sagte am Dienstag bei einer Konferenz über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Automobilbranche in Paris, die Überkapazität in der Branche nehme gegenwärtig sogar zu, da neue Werke in Osteuropa die Produktion aufnähmen.

Einige Produktionsstandorte in Westeuropa dürften seinen Worten zufolge geschlossen werden, da sich die Herstellung vor allem von kleinen und mittleren Pkw nach Osten verlagere. Verheugen sagte zudem, er werde bald den designierten US-Präsidenten Barack Obama kontaktieren, um sicherzustellen, dass die US-Hilfen für die Autoindustrie die internationalen Handelsregeln nicht verletzen und keine Wettbewerbsnachteile für Hersteller aus anderen Ländern darstellen.

Gewinnwarnung von Air France

Air France-KLM brachen nach einer vorbörslichen Gewinnwarnung für das dritte Quartal um 9,5% auf 7,75 EUR ein. Bereits am Montag waren die Aktien des Unternehmens aufgrund von Spekulationen über eine gesenkte Prognose für das dritte Quartal um 7,9% gefallen. Für den Branchenindex "Reise und Freizeit", in dem die Papiere der Airlines aus dem Stoxx-600 zusammengefasst sind, ging es um 3,1% nach unten.

Europäische Schlussindizes am Dienstag, 20. Januar: === Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd. stand abs. in % seit Jahresbeginn DJ Europe EuroSTOXX50 2200,80 -51,59 -2,29 -10,23 STOXX 50 1935,88 -38,11 -1,93 -6,27 STOXX 600 185,70 -4,02 -2,12 -5,69 London FTSE 100 4091,40 -17,07 -0,42 -7,73 Frankfurt Xetra DAX 4239,85 -76,29 -1,77 -11,86 Paris CAC40 2925,28 -64,41 -2,15 -9,10 Amsterdam AEX 240,11 -5,11 -2,08 -2,37 Athen ASE 1652,51 -7,53 -0,45 -7,50 Brüssel BEL-20 1802,74 -37,20 -2,02 -5,55 Kopenhagen KFX 250,34 -4,19 -1,65 +1,06 Dublin ISEQ 2230,59 -43,25 -1,90 -4,81 Helsinki HEX 5084,04 -131,48 -2,52 -5,91 Istanbul IMKB-100 24714,74 -341,14 -1,36 -8,00 Madrid IBEX 35 8276,50 -218,30 -2,57 -10,00 Mailand S&P/MIB 18024 -343 -1,87 -7,38 Oslo OBX Stock 269,25 -3,40 -1,25 -0,35 Prag PX 798,90 -19,00 -2,32 -6,91 Moskau RTS 514,29 -17,37 -3,27 -18,61 Wien ATX 1623,50 -19,18 -1,17 -7,27 Zürich SMI 5321,00 -60,37 -1,12 -3,86 === DJG/mif/ros Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires

January 20, 2009 12:36 ET (17:36 GMT)

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.