DJ ECOFIN/Steinbrück: Deutsches BIP sinkt 2009 um 2,25%

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DJ ECOFIN/Steinbrück: Deutsches BIP sinkt 2009 um 2,25%

BRÜSSEL (Dow Jones)--Die deutsche Wirtschaftsleistung wird nach Aussage von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) im laufenden Jahr kräftig schrumpfen. "Wir rechnen mit einer Eintrübung des Wachstums um zweieinviertel Prozent", sagte Steinbrück am Dienstag nach einem Treffen der EU-Finanzminister (ECOFIN) in Brüssel. Das stimmt mit der Prognose des Jahreswirtschaftsberichts überein, den Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Mittwoch präsentieren will und in den Dow Jones Newswires am Montag Einblick hatte.

Bislang hatte die Bundesregierung für 2009 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2% vorhergesagt. Die EU-Kommission erwartet, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 2,3% schrumpfen wird. Einige Ökonomen sagen sogar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu 3% voraus.

Die Bundesregierung erwartet zudem in diesem Jahr eine Neuverschuldung von 2,9% des BIP. Im kommenden Jahr dürfte die Defizitquote "nach Lage der Dinge" noch schlechter ausfallen, sagte Steinbrück. Damit deutet der Bundesfinanzminister für 2010 eine Verletzung der Maastricht-Grenze von 3% des BIP an.

Angesichts der Rezession in der Europäischen Union gebe es gegenwärtig keine Alternative zu einer antizyklischen Konjunkturpolitik, sagte Steinbrück weiter. Deswegen sollten die EU-Staaten einen Plan zum Schuldenabbau vorlegen. "Es gibt gegenwärtig keine Absprachen, aber meiner Meinung nach muss die EU-Kommission dafür sorgen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt, der noch festgelegt werden muss, ein Abbau stattfindet", sagte Steinbrück. Nur so bleibe die Glaubwürdigkeit des EU-Fiskalpaktes erhalten.

Steinbrück sprach sich zudem gegen die Ausgabe von gemeinsamen EU-Anleihen aus. Auch die Errichtung einer "Bad Bank" als Sammelstelle für faule Kredite lehnte der Bundesfinanzminister zum wiederholten Male ab. Ende des Monats wollen sich Vertreter der verschiedenen EU-Schuldenagenturen in Brüssel treffen, um über die Gründung einer EU-weiten Schuldenagentur zu reden. Davon versprechen sich einige Länder niedrigere Finanzierungskosten.

-Von Andrea Thomas, Dow Jones Newswires; +49 (0) 69 297 25 300, konjunktur.de@dowjones.com DJG/DJN/kth/ptt Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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January 20, 2009 09:11 ET (14:11 GMT)

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