DJ EU-Privatgesellschaft könnte Mitte 2010 Wirklichkeit werden

DJ EU-Privatgesellschaft könnte Mitte 2010 Wirklichkeit werden

BRÜSSEL (Dow Jones)--International aufgestellt Mittelständler können voraussichtlich ab Mitte des kommenden Jahres eine Europa GmbH gründen und damit Bürokratie und Kosten sparen. Im Europäischen Parlament befürwortete am Dienstag der federführende Rechtsausschuss einen Vorschlag der Kommission zur Europäischen Privatgesellschaft, den Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy erst auf Druck der Europaabgeordneten im Juni vorgelegt hatte. Das Votum des Plenums wird im März erwartet. Im EU-Ministerrat wird mit keinen größeren Hindernissen gerechnet.

Nach dem Vorschlag der Kommission soll künftig die Gründung einer Europäischen Privatgesellschaft (EPG) mit einem Minimalkapital von nur 1 EUR möglich sein. Der Rechtsausschuss des Parlaments will allerdings zusätzlich eine Solvenzbescheinigung durch die Geschäftsleitung vorschreiben, um den Gläubigerschutz zu sichern. Wird diese nicht vorgelegt, soll ein Mindestkapital von 8.000 EUR vorgeschrieben werden.

Der Ausschuss plädierte zudem dafür, dass die Mitgliedstaaten alle Privatgesellschaften in einem zentralen Register anmelden müssen, das von der EU-Kommission verwaltet wird. Bei einer Trennung von Register- und Verwaltungssitz einer Europa GmbH, gebe es sonst zu viel Unübersichtlichkeit, so die Begründung. Die Privatgesellschaft soll als zusätzliche Option neben die bestehenden nationalen Unternehmensformen wie die GmbH oder die Limited treten.

Die europäischen Wirtschaftsverbände haben die geplante einheitliche Unternehmensform einer Societas Privata Europea als Durchbruch für den Mittelstand begrüßt und fordern eine zügige Verabschiedung durch den Gesetzgeber. Derzeit müssen kleine und mittlere Unternehmen sich an die jeweiligen nationalen Rechtsformen halten, wollen sie im europäischen Ausland tätig werden. Damit verbundenen sind zeit- und kostenaufwendigen Beratungen und Recherchen über die verschiedenen nationalen Rechtsformen.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geht davon aus, dass sich die Kosten um rund 80% reduzieren lassen, wenn ein Unternehmen seine Service- und Vertriebstöchter nach dem einheitlichen Muster der EPG in allen EU-Staaten aufbauen kann. Die derzeitigen Gründungskosten für Töchter in fünf verschiedenen Staaten werden mit 45.000 EUR angegeben, die jährlichen Beratungskosten mit 16.500 EUR.

DJG/ang/apo

(END) Dow Jones Newswires

January 20, 2009 08:48 ET (13:48 GMT)

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