DJ EU-Vorsitz fordert "europäischen Plan" für Autobauer

DJ EU-Vorsitz fordert "europäischen Plan" für Autobauer

STRASSBURG (AFP)--Der amtierende tschechische EU-Vorsitz hat einen koordinierten europäischen Hilfsplan für die krisengebeutelte Automobilindustrie gefordert. Die EU müsse der Branche "zielgerichtet und koordiniert" unter die Arme greifen, sagte Europaminister Alexandr Vondra am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg. Vor allem die Innovation sollte gefördert werden - etwa die Entwicklung umweltfreundlicher Hybrid-Autos. Vondra sprach sich auch für ein gemeinsames Vorgehen bei der Vergabe von Verschrottungsprämien aus, wie sie bereits von Deutschland und Frankreich eingeführt wurden.

Industriekommissar Günter Verheugen warnte vor überzogenen Erwartungen. Solange das Vertrauen der Verbraucher in ihre Zukunft nicht wiederhergestellt sei, werde die Nachfrage nach Autos weiter zurückgehen. Derzeit stünden in der EU rund 2 Mio unverkaufter Autos auf Halde. Noch dramatischer sei die Lage bei den Nutzfahrzeugen, wo die Aufträge "praktisch auf Null" geschrumpft seien.

Insgesamt seien in der EU mindestens 400.000 Arbeitsplätze durch die Krise bei den Autobauern gefährdet, warnte Verheugen. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass bis Ende des Jahres Produktionsstätten geschlossen werden. Die Europäische Entwicklungshilfebank (EIB) habe dem Sektor Hilfen in Höhe von bis zu 9 Mrd EUR zugesagt. "Mehr ist nicht möglich." Dennoch sei die europäische Automobilindustrie "nicht am Abgrund". Sie sei robust genug, der Herausforderung zu begegnen. Die Kommission trage dazu bei, indem sie die Beihilferegeln gelockert habe. Damit sei sichergestellt, dass die EU-Staaten rasch und flexibel auf Probleme einzelner Hersteller reagieren könne.

Nach Angaben eines Kommissionssprechers will Verheugen im Februar mit Experten aus den EU-Staaten über koordinierte Maßnahmen beraten.

DJG/apo

(END) Dow Jones Newswires

February 04, 2009 11:36 ET (16:36 GMT)

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