DJ Europa-Börsen bauen Gewinne aus - Zykliker zunehmend gefragt

DJ Europa-Börsen bauen Gewinne aus - Zykliker zunehmend gefragt

FRANKFURT (Dow Jones)--Die bedeutenden europäischen Aktienindizes bauen am Mittwoch ihre im frühen Geschäft eingefahrenen Gewinne aus und notieren am Mittag nahe ihrer Tageshochs. Für die Fortsetzung der Erholung vom Vortag haben abermals gute Vorgaben von Wall Street gesorgt. Die freundliche Tendenz am Aktienmarkt wird Händlern zufolge dabei zunehmend von den Zyklikern wie den Industrieausrüstern Alstom und ABB getragen. Auch der europäische Bausektor legt stark zu, allen voran die französischen Schwergewichte Lafarge und Saint Gobain.

Bis 12.17 Uhr steigt der Euro-Stoxx-50-Index um 0,5% bzw 11 Punkte auf 2.256. Der nächste charttechnische Widerstand für das Kursbarometer der Standardwerte aus dem Euroraum liegt im Bereich von 2.200 Punkten, Widerstand tut sich auf dem Niveau von 2.365 Punkten auf. Der breiter diversifizierte Stoxx-50-Index rückt um 0,4% bzw 8 Punkte auf 1.985 vor.

Rohstoffwerte nach BHP-Billiton-Zahlen sehr fest

Befeuert von den Halbjahreszahlen des Minenkonzerns BHP Billiton zeigen sich die europäischen Grundstoffwerte sehr fest und ziehen im Mittel um 4,5% an. Das Ergebnis des weltgrößten Bergbauunternehmens liege zwar am unteren Rand der Erwartungen, sei allerdings keine Katastrophe, sagt Analyst Warren Edney von ABN Amro.

Ein Händler merkt an, dass das Unternehmen offenbar möglichst hohe Abschreibungen vorgenommen habe, um die Bilanz für das sicher nicht leichte zweite Halbjahr vorzubereiten. "Ein in Zeiten wie diesen sicher kein falsches Rezept. Noch dazu seien viele Anleger 'Short' in die Zahlen gegangen, so dass nach dem nicht so schlecht wie befürchtet ausgefallenen Ergebnis Eindeckungsbedarf bestehe. BHP Billiton verteuern sich um 3,4% auf 1.198 p, Rio Tinto legen um 4% auf 1.742 p zu.

Pharmawerte von Roche-Zahlen und -Ausblick belastet

Hingegen belasten die Schwergewichte aus dem Pharmasektor besonders den Stoxx-50-Index. Der entsprechende Branchenindex, auf den 17,5% des Gesamtindex entfallen, gibt um 1,2% nach. Belastet werden die europäischen Pharmawerte in erster Linie von unerwartet schwachen Zahlen und einem wenig überzeugenden Ausblick von Roche. Die Aktien des schweizerischen Konzerns werden mit einem Minus von 8,2% auf 149,30 CHF abgestraft. Im Tagestief haben sie bereits die 146,70 CHF gesehen. AstraZeneca fallen um 3,4% auf 2.669 p.

Britische Bankentitel ziehen nach Einkaufsmanagerindex an

Die britischen Bankentitel ziehen nach der Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor des Vereinigten Königreichs im Januar deutlich an. Angesichts des jahrzehntelangen Siechtums des Verarbeitenden Gewerbes auf den Inseln ist die Volkswirtschaft stark auf die Leistung der von den Finanzinstituten der Londoner "City" geprägten Branche angewiesen.

Mit einem Anstieg auf 42,5 von 40,2 Punkten im Dezember ist der Einkaufsmanagerindex unerwartet gestiegen. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 40,0 gerechnet. Royal Bank of Scotland ziehen vor diesem Hintergrund um 2,9% auf 21,2 p an. Lloyds verteuern sich um 3,7% auf 92,0 p. Die Briten ziehen auch den entsprechenden Branchenindex des Stoxx-600-Index nach oben, der um 1,1% steigt.

Alcatel-Lucent klettern nach den Zahlen für das vierte Quartal um 3,8% auf 1,52 EUR an. Der französisch-amerikanische Telekommunikationsausrüster hat aufgrund von Abschreibungen zwar einen Nettoverlust von 3,89 Mrd EUR erwirtschaftet, mit einem um diese Effekte bereinigten operativen Gewinn von 297 Mio EUR aber besser abgeschnitten als von Beobachtern erwartet. Die Analysten von Cheuvreux weisen darüber hinaus darauf hin, dass die Nettoverschuldung des Konzerns unerwartet stark auf 389 Mio EUR zurückgegangen sei.

DJG/jej/reh Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires

February 04, 2009 06:20 ET (11:20 GMT)

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.