DJ EZB/Trichet: Gegenwärtig keine Deflationsgefahr in der Eurozone

DJ EZB/Trichet: Gegenwärtig keine Deflationsgefahr in der Eurozone

BRÜSSEL (Dow Jones)--Der Inflationsdruck in der Eurozone nimmt gegenwärtig zwar deutlich ab, dennoch gibt es nach Einschätzung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet keine Gefahr einer Deflation. "Wir sind zurzeit Zeuge eines disinflationären Prozesses, vor allem aufgrund des kräftigen Rückgangs der Öl- und sonstigen Rohstoffpreise", erklärte Trichet am Mittwoch bei seiner vierteljährlichen Anhörung vor dem EU-Wirtschafts- und Währungsaussschuss in Brüssel.

"Das Risiko einer Deflation liegt nicht vor", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter einer Deflation verstehen Ökonomen einen breit basierten und länger anhaltenden Preisrückgang, der auch zum Aufschub von Ausgaben führt und damit abwärts gerichtete Tendenzen in einer Volkswirtschaft verstärkt.

Trichet verwies darauf, dass die Inflationsrisiken in der Eurozone zuletzt weiter nachgelassen hätten und mittelfristig "ausgeglichen" seien. "Seit Dezember ist der Preisdruck weiter gesunken, mittelfristig steht die Inflationsentwicklung im Einklang mit dem Ziel der Preisstabilität", erklärte der EZB-Präsident. Im Dezember hatte die Jahresteuerung auf Verbraucherebene 1,6% betragen und lag damit gerade noch im Rahmen der Preisstabilitätsdefinition der EZB von "unter, aber nahe 2%" Teuerung.

Mit Blick auf die seit September verzeichnete Verschärfung der internationalen Finanzkrise sprach Trichet von Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum.

DJG/DJN/ptt/hab

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January 21, 2009 05:11 ET (10:11 GMT)

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