DJ Glos für weitere Diversifizierung der Gas-Lieferbeziehungen

DJ Glos für weitere Diversifizierung der Gas-Lieferbeziehungen

BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat sich vor dem Hintergrund des Gasstreites zwischen Russland und der Urkraine in den vergangenen Wochen für eine weitere Diversifizierung der Lieferbeziehungen Deutschlands ausgesprochen. "Wir brauchen eine weitere Diversifizierung der Transportwege und Lieferquellen", sagte Glos am Dienstag in Berlin bei der "16. Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft".

Die Bundesregierung unterstütze daher "nachdrücklich" die Bemühungen, dass es zur Ostseepipeline komme. Das verschaffe Deutschland eine zusätzliche Sicherheit für die Versorgung aus Russland. "Wir sind auch der Nabucco-Pipeline gegenüber aufgeschlossen", sagte Glos. Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass nicht eine Erpressbarkeit gegen eine andere ausgetauscht werde.

"Ich finde es sehr unpassend, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan erklärt, diese Pipeline sei nur möglich, wenn wir sehr schnell die Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union durchwinken", sagte Glos. Daran zeige sich die immer wieder mögliche politische Erpressbarkeit.

Deshalb sollte Deutschland aus seiner Sicht LNG-Häfen für Flüssiggas schaffen. Auch wenn es solche Häfen bereits in Europa gebe, halte er solche Häfen in Deutschland für notwendig, sagte der Wirtschaftsminister. "Wir müssen längerfristig denken und das heißt: Erpressbarkeit nicht neu schaffen, sondern Erpressbarkeit zu beenden", sagte Glos.

Der Minister zeigte sich erleichtert über die zwischen Russland und der Ukraine gefundene Einigung im Gasstreit. Er hoffe, dass es nun endlich wieder zu einer geordneten Gasversorgung komme. "Ich freue mich, dass es jetzt zu Vertragsabschlüssen gekommen ist", sagte Glos. Wie tragfähig der Kompromiss sei, vermöge er nicht zu sagen.

Das Verhalten Russlands und der Ukraine sei nicht akzeptabel gewesen. Nun müssten die ausgehandelten Verträge eingehalten werden und entsprechende Taten folgen. Es dürfe nicht "ständig jedes Jahr um die Jahreswende zu Situationen" wie denen in den vergangenen Wochen kommen, sagte der Minister.

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January 20, 2009 05:30 ET (10:30 GMT)

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