DJ INTERVIEW/EnBW an einzelnen Thüga-Unternehmen ... (zwei)

DJ INTERVIEW/EnBW an einzelnen Thüga-Unternehmen ... (zwei)

Als weitere potenzielle Kaufgelegenheit nannte der EnBW-Chef den Bremer Energieversorger swb AG, der momentan zu 51% der Deutschen Essent gehört. Im Zuge der geplanten Übernahme des niederländischen Energieversorgers Essent durch RWE könnte der Essener Energiekonzern gezwungen sein, den Essent-Anteil an dem Bremer Energieversorger zu veräußern. Die Bremer swb steht für einen Umsatz von rund 1 Mrd EUR und ist auch wegen seiner Erzeugungskapazität von rund 1.000 MW als Kaufobjekt interessant. Zudem gehören 49% an swb bereits dem künftigen EnBW-Partner EWE.

Mit Blick auf die Bedenken des Bundeskartellamtes beim geplanten Kauf von 26% der Anteile an dem Oldenburger Energieversorger EWE geht Villis von einer Lösung bis spätestens Anfang März aus. Bei den Anfang Februar startenden Gesprächen mit der Bonner Behörde werde man versuchen, die Bedenken der Kartellwächter auszuräumen. Der Vorwurf einer marktbeherrschenden Stellung auf dem ostdeutschen Gasmarkt durch den mittelbaren Einstieg bei dem Leipziger Ferngasunternehmen Verbundnetz Gas AG (VNG) sei nicht gerechtfertigt, da es keinen abgeschlossenen "Gasmarkt Ostdeutschland" gebe.

Zu dem seit Monaten andauernden Konflikt zwischen dem Oldenburger Energieversorger EWE und der Leipziger VNG sagte Villis, für EnBW sei eine Mehrheit von EWE an der VNG nicht zwingend. Auch gebe es keine geheimen Pläne von EWE oder EnBW zur Übernahme der Mehrheit bei VNG. Ziel sei es vielmehr, zusammen mit EWE und VNG gemeinsame Projekte wie etwa den Bau von Gaskraftwerken zu entwickeln. Der Konflikt behindere die Entwicklungschancen des Leipziger Gasunternehmens.

Die Oldenburger EWE will durch den Zukauf von bei ostdeutschen Stadtwerken liegenden Anteilen ihren VNG-Anteil von derzeit 48% weiter erhöhen. Dies stößt allerdings auf den erbitterten Widerstand der übrigen kommunalen VNG-Anteilseigner, die einen schwindenden Einfluss der ostdeutschen Aktionäre auf das Unternehmen fürchten.

Die EnBW-Vertriebstochter Yello konnte nach Angaben von Villis im vergangenen Jahr per Saldo keinen Kundenzuwachs verbuchen und hat weiterhin bundesweit rund 1,4 Mio Stromkunden. Die für 2008 anvisierte Steigerung auf 1,6 Mio Kunden sei nicht erreicht worden, was auf den harten Konkurrenzkampf im Haushaltskundenmarkt mit Festpreisangeboten und Preisgarantien zurückzuführen sei.

Yello solle sich deshalb künftig mit weiter entwickelten Produkten von den Billiganbietern absetzen, betonte der EnBW-Vorstandsvorsitzende. Möglich sei etwa ein Zwei-Tarif-System in Verbindung mit einem intelligenten Stromzähler. In den verbrauchsarmen Zeiten werde dann der Strom spürbar billiger angeboten. "Wir müssen mehr bieten. Bei Kunden nur über den Preis zu wachsen ist einfach. Wir wollen Kundenzahlen nicht subventionieren und auch kein Geld verbrennen", sagte Villis.

Für einen bundesweiten Yello-Marktauftritt beim Gas gebe es noch keinen Termin, sagte der EnBW-Chef weiter. Zurzeit laufe noch der Test in den ausgewählten Marktgebieten Essen und Nürnberg. Doch sei es aufgrund der Schwierigkeiten beim Handling mit den Wechselprozessen noch zu früh für einen bundesweiten Gasvertrieb.

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(END) Dow Jones Newswires

January 21, 2009 07:26 ET (12:26 GMT)

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