DJ Merkel lehnt dauerhafte Subventionen für US-Autoindustrie ab

DJ Merkel lehnt dauerhafte Subventionen für US-Autoindustrie ab

BERLIN (Dow Jones)--Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Dienstag gegen "Subventionen für Unternehmen nach dem Vorbild Amerikas" ausgesprochen, wie sie für die Autoindustrie gezahlt werden. "Es kann natürlich nicht sein, dass wettbewerbsverzerrende Subventionen auf Dauer gezahlt werden," sagte Merkel am Tag der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Barack Obama im ARD-Morgenmagazin, wie das Bundespresseamt mitteilte. Dazu gebe es klare Regeln der Welthandelsorganisation WTO.

Europa könne nicht zuschauen, wenn die einen subventionieren und die anderen den freien marktwirtschaftlichen Kräften vertrauten. "Wir brauchen Vergleichbarkeit auf der Welt, und die Zukunft der Automobilindustrie kann nicht auf Dauer in einer staatlichen Subvention liegen", betonte die Kanzlerin.

Für Merkel sei eine gute Kooperation mit dem neuen US-Präsidenten wichtig. "Ich hoffe, dass unsere Zusammenarbeit davon geprägt ist, dass man einander zuhört," erklärte sie. Entscheidungen müssten mit dem Wissen getroffen werden, dass ein Land nicht allein die Probleme der Welt lösen könne. Dies könne nur gemeinsam gelingen. "Und in diesem Geist werde ich ihm auch begegnen", unterstrich die Kanzlerin.

Eine enge Zusammenarbeit sei besonders bei der Bewältigung der internationalen Finanzkrise wichtig. Hier erwarte sie, dass ein multilateraler Ansatz stärker berücksichtigt werde. Die USA müssten "ein Stück ihrer eigenen Souveränität" internationalen Organisationen zur Verfügung stellen. "Das bedeutet, dass man sich auf internationale Regeln für die Finanzmärkte einlässt," betonte Merkel. Es müsse aber auch darüber gesprochen werden, wie langfristig gewirtschaftet wird. "Es wird notwendig sein, darüber zu reden und auch zu streiten", machte Merkel deutlich.

Ein erstes Treffen mit dem neuen US-Präsidenten werde es sicherlich bald in Deutschland geben. "Mit großer Wahrscheinlichkeit" werde er am 3. April zum deutschen Teil des NATO-Gipfels "60 Jahre NATO" kommen, kündigte Merkel an. Sie werde Obama aber auch herzlich nach Berlin einladen: "Je schneller, um so besser." Über einen Antrittsbesuch in Washington müsse auch noch gesprochen werden. "Vielleicht noch schneller", so die Kanzlerin.

Am Vorabend hatte Merkel von der internationalen Staatengemeinschaft in Reaktion auf die Finanzkrise bereits eine "Charta gemeinsamen Wirtschaftens" gefordert, deren Prinzipien denen der Sozialen Marktwirtschaft nachempfunden sein sollen. "So wie die UNO das bei ihrer Gründung im Sinne der Menschenrechte gemacht hat, wünschte ich mir, dass wir auch eine Charta des gemeinsamen Wirtschaftens in der Welt erarbeiten", hatte sie in Berlin bei einer Festveranstaltung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie gesagt.

-Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4118, [email protected] DJG/ank/apo Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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January 20, 2009 07:02 ET (12:02 GMT)

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