DJ UPDATE: BASF prüft Verkauf oder JV von Leder- und Textilchemikalien

DJ UPDATE: BASF prüft Verkauf oder JV von Leder- und Textilchemikalien

(NEU: Sprecheraussagen, Hintergrund, Analyst)

Von Heide Oberhauser-Aslan

Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)--Die BASF SE stellt im Zuge der bevorstehenden Übernahme des Chemiekonzerns Ciba ihr renditeschwaches Geschäft mit Leder- und Textilchemikalien auf den Prüfstand. Das Geschäft stehe seit Jahren bei geringem Marktwachstum unter hohem Wettbewerbsdruck, teilte der Ludwigshafener DAX-Konzern am Mittwoch mit. Derzeit prüfe der Konzern strategische Optionen, insbesondere die Gründung eines Joint Ventures oder den kompletten Verkauf des Geschäfts, hieß es.

"Die bevorzugte Option, ist einen Joint-Venture-Partner zu finden", geprüft werde aber auch eine komplette Trennung von dem Geschäft, sagte Konzernsprecher Michael Grabicki Dow Jones. Erste orientierende Gespräche mit Interessenten hätten bereits stattgefunden, erklärte er. Der Prozess stehe aber noch ganz am Anfang. Zu Details und möglichen Interessenten wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Die wichtigsten Wettbewerber von BASF im Bereich Textilchemikalien sind die schweizer Clariant, das US-Unternehmen Huntsman, die ehemalige Cognis-Tocher Pulcra Chemicals und CHT. Bei Lederchemikalien sind die Hauptkonkurrenten die Unternehmen Clariant, Lanxess, Stahl und TFL. Die Märkte sind allerdings stark fragmentiert.

Trotz einer Reihe von Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen sei es BASF in den zurückliegenden Jahren nicht gelungen, die Wettbewerbsfähigkeit des Bereichs Leder- und Textilchemikalien deutlich zu verbessern, gab das Unternehmen bekannt. Die Maßnahmen hätten aufgrund des schwierigen Marktumfeldes nicht ausgereicht, um das Geschäft nachhaltig profitabel zu machen. Mit einem zusätzlichen Programm, das nun eingeleitet wurde, will die Geschäftseinheit bis 2011 nun Kosten von 25 Mio EUR einsparen.

Produktionsanlagen zur Herstellung von Leder und Textilchemikalien betreibt BASF in Deutschland, Spanien und der Türkei sowie in Brasilien, Indien und China. Rund 1.300 Mitarbeiter sind für das Arbeitsgebiet tätig, davon 130 allein in Deutschland und 420 europaweit. Der Bereich erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von ca 400 Mio EUR.

Mit dem Bereich Textil- und Lederchemikalien hat BASF bereits einen zweiten Konzernbereich auf den Prüfstand gestellt. Trennen will sich BASF seit 2007 auch von Teilen ihrer Styrolkunststoffe, die ebenfalls unter hartem Wettbewerbsdruck stehen. BASF habe weiter die Absicht, dieses Geschäft zu verkaufen, angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise in Verbindung auch mit Finanzierungsanforderungen sei das Geschäft aber bisher noch nicht verkauft worden, sagte Grabicki.

LBBW-Analyst Ulle Wörner bezeichnete die angekündigte Maßnahme als einen Schritt in die richtige Richtung, die allerdings vor dem Hintergrund der geringen Größe des Geschäfts keine gravierenden Auswirkungen auf den Konzern haben dürften. Einen Komplettverkauf hält der Analyst vor dem Hintergrund des derzeitig schwierigen Marktumfeldes und der Konjunkturkrise für schwierig. Derzeit sei wohl nur ein Kaufpreis unterhalb des letztgenannten Umsatzniveaus vom 400 Mio EUR zu erzielen, meinte er. Das Einbringen in ein Joint Venture sei daher derzeit wohl die bessere Lösung erklärte der Analyst.

Des Weiteren gab der Chemiekonzern am Mittwoch die Optimierung seiner Unternehmensstruktur bekannt. Sie soll künftig noch stärker an den Abnehmerindustrien ausgerichtet werden. Damit sollen die Voraussetzungen für die schnelle und reibungslose Integration der Ciba-Aktivitäten in die eigene Organisation geschaffen werden.

Insbesondere das BASF-Segment Performance Products werde weiterentwickelt, hieß es. Mit dem Closing der Übernahme des schweizerischen Unternehmens rechnet BASF gegen Ende des ersten Quartals, die operative Integration soll in der zweiten Jahreshälfte starten. Ab dem 1. April 2009 wird beispielsweise dem Segment Performance Chemicals der neue Unternehmensbereich Paper Chemicals zugeordnet.

Der Bereich Acrylics & Dispersions, zu dem dieses Geschäft bislang gehört hatte, wird in Dispersions & Pigments umbenannt. In diesem Segment soll das Geschäft mit Rohstoffen für die Lack- und Anstrichindustrie gebündelt werden

Webseite: http://www.basf.de -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com (Nico Schmidt hat zu dem Artikel beigetragen). DJG/hoa/cbr Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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February 04, 2009 11:23 ET (16:23 GMT)

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