DJ UPDATE: Fiat steigt bei Chrysler ein

DJ UPDATE: Fiat steigt bei Chrysler ein

(NEU: Weitere Details, Stellungnahme von Daimler, Aktienkurs)

MAILAND (Dow Jones)--Die Fiat SpA steigt beim angeschlagenen US-Automobilhersteller Chrysler ein. Eine am Dienstag mit dem Mehrheitseigner Cerberus geschlossene Grundsatzvereinbarung sieht eine Beteiligung von 35% und die künftige gemeinsame Nutzung von Plattformen und Produkten vor. Fiat-Vice-Chairman John Elkann sagte, auch eine Ausweitung der Beteiligung sei möglich.

Finanzielle Mittel wollen die Italiener allerdings weder jetzt noch später für Chrysler bereitstellen, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. Wenn die weltweite Allianz zustande kommt, würde Fiat ausschließlich strategische Assets einbringen: So ist es vorgesehen, dass Chrysler durch die Zusammenarbeit mit Fiat Zugang zu wettbewerbsfähigen, spritsparenden Fahrzeugplattformen, Motoren und Komponenten erhält. Diese darf Chrysler in ihren Produktionsanlagen einsetzen. Zusätzlich werde Fiat dem neuen Partner Zugang zu Vertriebskanälen auf Wachstumsmärkten verschaffen.

Mit dieser Übereinkunft bestätigen sich entsprechende Presseberichte: Das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtete am Montag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen, dass Fiat 35% an dem angeschlagenen US-Konzern übernehmen und sich außerdem eine Option auf eine Ausweitung der Chrysler-Beteiligung auf 55% sichern wolle.

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen begrüßt die Pläne von Fiat für einen Einstieg bei Chrysler und sieht darin einen richtigen Weg. "Fiat bekommt über das Händlernetz von Chrysler den Zugang zum wichtigen amerikanischen Markt für einen Apfel und ein Ei", sagte er am Dienstag im Gespräch mit der Onlineausgabe des "Handelsblatts". Und auf dem US-Markt müsse Fiat langfristig unbedingt vertreten sein.

Auch der amerikanische Autobauer Chrysler profitiere von einer engen Zusammenarbeit, fügte Düdenhöffer hinzu. "Chrysler braucht dringend Kleinwagen, und die hat Fiat im Angebot." Fiat-Chef Marchionne habe eine richtige unternehmerische Entscheidung getroffen. "Chrysler und Fiat, das passt hundertmal besser als GM und Fiat", erklärte der Autoexperte mit Blick auf die gescheiterte Partnerschaft zwischen der Opel-Mutter General Motors und dem italienischen Autobauer vor einigen Jahren.

Am Markt werden die Nachrichten positiv aufgefasst: Ein Händler sagte, die Kooperation könnte der Anfang einer Konsolidierung in der Branche sein, an deren Ende die Reduktion der bestehenden Überkapazitäten stehen könne. Die Aktien von Fiat legen zur Wiederaufnahme des Handels in Mailand am Dienstagmittag deutlich zu. Bis 13.45 Uhr MEZ steigen die Papiere um 4,3% auf 4,67 EUR. Die Aktie war seit Handelsbeginn ausgesetzt.

Auch die Daimler AG, zu der Chrysler ehemals gehörte und die nach wie vor an dem US-Konzern beteiligt ist, fasste die Neuigkeiten positiv auf: "Wir begrüßen jede Initiative, die geeignet ist, die Situation von Chrysler zu stabilisieren und die Arbeitsplätze des Unternehmens zu sichern", sagte eine Daimler-Sprecherin.

Der Stuttgarter DAX-Konzern will den noch verbliebenen Anteil an ihrer einstigen US-Tochter weiterhin abstoßen. An diesem Ziel habe sich nichts geändert, sagte die Sprecherin.

Daimler hält noch 19,9% an dem US-Automobilhersteller, der inzwischen mit staatlicher Hilfe am Leben gehalten wird. Der US-Investor Cerberus Capital Management LP hatte im Jahr 2007 gut 80% an Chrysler von den Deutschen gekauft.

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January 20, 2009 08:17 ET (13:17 GMT)

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