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DJ UPDATE: Hannover Rück sieht 09 Gewinn von bis zu 5,25 EUR/Aktie

DJ UPDATE: Hannover Rück sieht 09 Gewinn von bis zu 5,25 EUR/Aktie

(NEU: Weitere Zitate, Analystenkommentar, Marktkommentar, Aktienkurs, Details, Hintergrund) Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES

HANNOVER (Dow Jones)--Die Hannover Rückversicherung AG hat in der besonders wichtigen Erneuerungsrunde im Januar teils zweistellige Prämienerhöhungen durchgesetzt und rechnet deshalb für 2009 mit einem überraschend hohen Gewinn. Nach einem von hohen Abschreibungen geprägten Jahr 2008 kündigte der scheidende Vorstandsvorsitzende Wilhelm Zeller am Dienstag für das laufende Jahr einen Gewinn von 4,75 bis 5,25 EUR je Aktie an.

35% bis 40% des Nettogewinns sollen an die Aktionäre ausgeschüttet werden, nachdem wegen der Finanzmarktkrise die Dividende für 2008 ausfallen wird.

Insgesamt stiegen die gezeichneten Prämien in der besonders wichtigen Erneuerungsrunde im Januar im Durchschnitt um 4,6%, nachdem sie im Januar 2008 noch um 2% gesunken waren. Das Unternehmen habe davon profitiert, dass die Finanzkrise die Konkurrenz begrenze und die Erstversicherer mit knapperem Eigenkapital mehr Geschäft zeichneten, sagte der für das Deutschlandgeschäft verantwortliche Vorstand Michael Pickel am Dienstag in Hannover. "Die Prämienqualität liegt irgendwo zwischen dem sehr guten Jahr 2007 und 2008."

"Wir blicken auf eine erfolgreiche Vertragserneuerung zurück. Die Talsohle ist durchschritten, und der Prämienabrieb zum Stillstand gekommen", sagte Vorstandsvorsitzender Wilhelm Zeller: "Es gibt noch keinen wirklich harten Markt, das dürfte aber im Lauf des Jahres passieren." Vor wenigen Tagen hatte der Manager bereits der "Frankfurter Allgemeinen Sonntags-Zeitung" gesagt, dass die Prämien in der Schadenrückversicherung teilweise um mehr als 20% gestiegen seien. Viele Erstversicherer hätten Kapital verloren und daher einen erhöhten Rückversicherungsbedarf.

Auch die Hannover Rück hat durch die Finanzmarktkrise Geld verloren. Operativ habe der Rückversicherer im vergangenen Jahr aber schwarze Zahlen geschrieben, sagte Zeller. Weil noch einige Zahlen fehlen würden, sei jedoch weiterhin unklar, ob der Konzern unter dem Strich ebenfalls einen Gewinn erzielt oder einen Verlust geschrieben habe. Zeller wiederholte damit Aussagen von Anfang Dezember. Die Jahresbilanz will der Konzern am 11. März vorlegen.

Wegen der deutlichen Kursverluste am Finanzmarkt war der im MDAX geführte Rückversicherer im dritten Quartal mit einem Nachsteuerverlust von 395 Mio EUR ins Minus geraten. Im dritten Quartal hatten die Abschreibungen auf Aktien 256,7 Mio EUR und auf Festverzinsliche Papiere 45,6 Mio EUR betragen. Im letzten Jahresviertel müssen weitere 200 Mio EUR Verlust durch den Verkauf des Aktienportfolios verbucht werden.

Analyst Konrad Becker von Merck Finck wertete die nun ausgesprochene Gewinnprognose der Hannover Rück als ausgesprochen positive Überraschung. "Zum Einen überrascht, dass sie in diesen unsicheren Zeiten überhaupt eine Gewinnprognose für 2009 gemacht haben", sagte der Analyst zu Dow Jones Newswires. Zum Anderen sei der Ausblick auch deutlich höher als von ihm erwartet ausgefallen. Bei 120,6 Mio Aktien sei mit bis zu 700 Mio EUR Gewinn rechnen. 2007 hatte Hannover Rück dank eines günstigen Steuereffekts 733,7 Mio EUR verdient.

Positiv sei auch der Prämienanstieg in der Januar-Erneuerungsrunde ausgefallen, sagte Analyst Becker. Jedoch sei dies bereits erwartet worden, nachdem CEO Zeller bereits ein Anstieg von bis zu 20% angekündigt hatte. Becker überprüft nun seine bisherige Einstufung "Sell" mit Kursziel 22 EUR.

Am Aktienmarkt profitierte die Hannover-Rück-Aktie spürbar von den Aussagen. Um 16.03 Uhr notierte sie um 13,5% höher bei 27,13 EUR. Über diese Marke habe es die Aktie seit Herbst 2008 per Schlusskurs nicht mehr geschafft.

Webseite: http://www.hannover-rueck.de -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, [email protected] DJG/rso/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires

February 03, 2009 10:07 ET (15:07 GMT)

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