DJ UPDATE: HeidelbergCement senkt Verschuldung und will sparen

DJ UPDATE: HeidelbergCement senkt Verschuldung und will sparen

(NEU: Details, Aktienkurs)

Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES

HEIDELBERG (Dow Jones)--Die HeidelbergCement AG hat ihre Nettofinanzverschuldung zum Jahresende 2008 um rund drei Mrd EUR gesenkt. Sie belief sich auf 11,6 (14,6) Mrd EUR, wie der Baustoffkonzern am Donnerstag mitteilte. Ende September lagen die Verbindlichkeiten noch bei 12,3 Mrd EUR. Zum Schuldenabbau trugen der um 21,7% auf 2 Mrd EUR gestiegene Cash-Flow, die Erlöse aus der Kapitalerhöhung und der Verkauf der maxit-Gruppe bei.

Der Prozess zur Neuordnung der Finanzierungsstruktur verlaufe "plangemäß", hieß es. HeidelbergCement prüfe derzeit die verfügbaren Optionen sowohl auf der Eigenkapital- wie Fremdkapitalseite. "Wir sind zuversichtlich, im Laufe des Jahres 2009 zu einer erfolgreichen Lösung zu kommen", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Scheifele.

Zur weiteren Entschuldung plant das Unternehmen darüber hinaus in den nächsten Jahren auch den Verkauf nicht-strategischer Geschäftseinheiten. Bis 2010 muss HeidelbergCement rund 6 Mrd EUR refinanzieren, daraus entstammt der Großteil aus der Übernahme der britischen Baustoffgruppe Hanson.

Der Ausblick für das laufende Jahr wurde bestätigt. Das Baustoffunternehmen mit Sitz in Heidelberg geht 2009 angesichts des weltweiten Konjunkturabschwungs mit einem Rückgang von Umsatz und operativem Ergebnis aus. 2008 lagen die Erlöse bei rund 14,2 Mrd EUR, ein Wachstum von 30,6%, wobei HeidelbergCement maßgeblich von der Hanson-Akquisition im Sommer 2007 profitierte. Hinzu kam eine gute operative Entwicklung in Asien, Afrika und der Mehrzahl der europäischen Länder.

Das operative Ergebnis stieg im vergangenen Jahr um ca. 16% auf 2,1 Mrd EUR. Dazu leistete Europa, gefolgt vom Konzerngebiet Asien-Australien-Afrika den größten Beitrag. Die Ergebnisse in Großbritannien und USA lagen hingegen "erheblich" unter den Erwartungen, aber im positiven Bereich.

Der Anteil der Gruppe am Konzernjahresüberschuss blieb mit 1,808 (2,022) Mrd EUR unter dem des Vorjahres. Darin verarbeitet sind einmalige negative Sondereinflüsse von etwa 400 Mio EUR, die vor allem auf die Hanson-Übernahme zurückgehen.

HeidelbergCement will im laufenden Jahr auf konsequentes Kostenmanagement und die Erwirtschaftung eines möglichst hohen Cash-Flows setzen, um "die Herausforderungen des Jahres 2009 zu bewältigen", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernd Scheifele. Das "Fitnessprogramm 2009" mit einem Volumen von 250 Mio EUR, weitere Sparmaßnahmen sowie Synergieeffekte aus der Hanson-Integration von ebenfalls 250 Mio EUR sollen zu einer Entlastung der Kosten führen.

Wie aus der Präsentation zum Jahresabschluss weiter hervorgeht, sieht HeidelbergCement ein Verbesserungspotenzial aus gezielten Working-Capital-Management von 300 Mio EUR. Die Investitionsausgaben sollen auf 750 Mio EUR gesenkt werden. 2008 beliefen sie sich auf insgesamt 1,25 Mrd EUR, davon 1,1 Mrd EUR in Sachanlagen. Die Dividende für 2008 wird auf 0,12 EUR je Aktie reduziert. Im Jahr zuvor waren es noch bei 1,30 EUR.

Ab der zweiten Jahreshälfte erwartet HeidelbergCement erste Impulse aus den weltweit aufgelegten Konjunkturprogrammen, die einen Schwerpunkt unter anderem im Bereich Straßenbau und Infrastruktur haben.

Die Aktie startete mit einem Plus von 5% auf 21,21 EUR in den Handel.

Webseite: http://www.heidelbergcement.com -von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 119, consumer.de@dowjones.com DJG/nas/smh Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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March 19, 2009 04:05 ET (08:05 GMT)

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