DJ UPDATE: HHLA erreicht 2008 eigene Umsatz- und Ergebnisziele

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DJ UPDATE: HHLA erreicht 2008 eigene Umsatz- und Ergebnisziele

(NEU: Aussagen von Analysten, weitere Details, Aktienkurs) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

HAMBURG (Dow Jones)--Die HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG hat trotz verschlechterter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen 2008 ihre selbst gesteckten Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Für das laufende Jahr gab der Vorstand allerdings noch keinen detaillierten Ausblick. Er äußerte aber die Zuversicht, für die Herausforderungen gut gerüstet zu sein. Das Management räumte auch ein, dass es von einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise ausgehe, deren Ausmaß und Dauer gegenwärtig noch nicht abgeschätzt werden könnte. Der Kurs der Aktie stellte sich bis 10.48 Uhr mit einem Plus von 3,04% auf 19,69 EUR.

"Wir richten gegenwärtig unsere Anstrengungen darauf, durch ein Höchstmaß an Flexibilität im sicherlich schwierigen Jahr 2009 angemessen reagieren zu können", sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Peters.

Für 2008 hatte der Vorstand für den Gesamtkonzern eine prozentual zweistellige Steigerung des Umsatzes auf rund 1,3 Mrd EUR und ein EBIT zwischen 320 Mio und 350 Mio EUR in Aussicht gestellt. Den vorläufigen Berechnungen zufolge erzielte das Logistikunternehmen beim Konzernumsatz ein Plus von 11,8% auf 1,32 (1,18) Mrd EUR und ein EBIT von rund 345 (288) Mio EUR.

Der Vorstand begründete diese positive Entwicklung vor allem mit der Steigerung der Dienstleistungstiefe und der verbesserten Produktivität. Demgegenüber stehe indes eine schwächere Mengendynamik, hieß es. Als Beispiel für eine größere Dienstleistungstiefe nannte der Konzern zusätzliche Angebote rund um den Container, wie Lagerung, Säuberung und Weitertransport. Das seien Dienstleistungen, die die Kunden gerne in Anspruch nehmen würden, sagte ein Sprecher.

Die Steigerung der Produktivität ist den Angaben zufolge erreicht worden, da die HHLA nicht mehr an der Kapazitätsgrenze gearbeitet habe, sondern durch einen Rückgang der Kapazitäten Zeit für Verbesserungen gefunden habe.

Im börsennotierten Kerngeschäft, das im Teilkonzern Hafenlogistik zusammengefasst ist, hat die HHLA den Umsatz 2008 auf 1,29 (1,15) Mrd EUR und das EBIT auf 334 (277) Mio EUR gesteigert.

Der Umschlag im Segment Container stieg 2008 um 1,2% auf 7,3 Mio Standardcontainer. Dabei ist die Mengenentwicklung gegen Ende des Jahres rückläufig gewesen. Während im ersten Quartal noch zweistellige Wachstumsraten verzeichnet worden seien, sei im vierten Quartal ein Minus von 9% aufgelaufen, sagte ein Sprecher. Effizienz und Abfertigungsqualität habe die HHLA dagegen weiter erhöht.

Deutlich dynamischer entwickelte sich HHLA zufolge das Transportaufkommen im Segment Intermodal. Hier sei im Jahr 2008 ein Anstieg um 11,6% auf über 1,8 Mio Standardcontainer verzeichnet worden. Neben den stark wachsenden Bahnverkehren mit Osteuropa seien hierfür auch die erneuten Marktanteilsgewinne der Bahn im Vergleich zum Lkw im Containerhinterlandverkehr verantwortlich. Gegen Ende des Jahres hätten jedoch die Zuwachsraten im Transportaufkommen kräftig nachgegeben, hieß es weiter. Der Vorstand will die endgültigen Zahlen am 31. März 2009 veröffentlichen.

Die Vorlage der Zahlen hat bei der Landesbank Baden-Württemberg zu einer Senkung des Kursziels auf 20 (27) EUR. Zwar entsprächen Umsatz und EBIT 2008 ungefähr den Schätzungen der Analysten. Es werde aber mit einem schwierigen Jahr 2009 und einem Rückgang der Container-Volumina, der in der ersten Jahreshälfte sogar einen zweistelligen Prozentsatz erreichen dürfte, gerechnet.

Analyst Oliver Drebing von SRH AlsterResearch gab indes zu bedenken, dass die Hafenlogistik grundsätzlich kein Geschäftsfeld sei, in dem Schwankungen von Quartal zu Quartal eine hohe Aussagekraft hätte. Ein Liniendienst mehr oder weniger, der zum Anfangs- oder Endstichtag gelöscht oder beladen worden sei, könnte die Optik verzerren, ohne dass etwas Substantielles vorgelegen hätte.

Mit Blick auf das laufende Jahr sagte Drebing, dass der Rückgang in den letzten Monaten 2008 einen Hinweis auf die aktuelle Situation, also auch auf das laufende erste Quartal gebe. Auf den weiteren Jahresverlauf ab Frühjahr lasse er jedoch keinen Schluss zu, da der Rückgang noch die Schocksituation vom Spätherbst 2008 widerspiegele, in der Lieferketten angehalten worden seien.

Vom Frühjahr an würden sich die Lieferketten bei Konsumgütern und Verbrauchsgütern aber wieder normalisieren, da bis dahin die Lagerbestände abgebaut sein dürften, prognostizierte der Analyst. Deshalb rechne er vom zweiten bzw. spätestens vom dritten Quartal an mit einer Normalisierung. Seiner Einschätzung zufolge wird der Containerumschlag 2009 gegenüber dem Vorjahr zwischen minus 1% und minus 5% liegen.

Webseite: http://www.hhla.de - Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/kla Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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February 04, 2009 05:05 ET (10:05 GMT)

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