DJ UPDATE: Metro krempelt Struktur um - Aktie legt deutlich zu

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DJ UPDATE: Metro krempelt Struktur um - Aktie legt deutlich zu

(NEU: Details, Hintergrund, Analysten, Aktienkurs)

Von Natali Schwab

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Handelskonzern Metro gibt sich eine neue Struktur und hat dazu einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der auf eine stärkere Transparenz, Effizienz und langfristiges Wachstum abzielt. Dabei wird das Unternehmen "in entscheidenden Teilen vom Kopf auf die Füße gestellt", wie der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes am Dienstag erklärte. Insgesamt hat Metro ein Ergebnisverbesserungspotenzial von 1,5 Mrd EUR bis 2012 ausgemacht.

Das "Shape 2012" getaufte Programm sieht eine Dezentralisierung des operativen Geschäfts vor, wobei künftig die Vertriebslinien die alleinige operative Verantwortung übernehmen sollen. Daneben werden die für Steuerung und Kontrolle des Konzerns relevanten Bereiche, wie Finanzen und Controlling, stärker zentralisiert.

Mit Hilfe des Programms sollen nach Cordes' Worten das profitable Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig gesichert werden. Metro solle transparenter, kundennäher, weniger komplex und effizienter führbar werden. Bereits angelaufene Optimierungsprogramme der Vertriebslinien - etwa die Restrukturierung bei Real - sollen integriert werden.

"Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage machen wir das Unternehmen damit auch wetterfest", so der Vorstandsvorsitzende. Es gehe bei dem Programm nicht darum, "einfach Kostensenkungsziele zu addieren, sondern Chancen auf eine höhere und schnellere Marktdurchdringung zu nutzen". Ein wesentliches Prinzip bleibe das Wachstum durch internationale Expansion.

Rund die Hälfte der angepeilten Ergebnisverbesserung von 1,5 Mrd EUR soll mit Einsparungen erreicht werden, die andere Hälfte mit einer Verbesserung der Produktivität "und andere ergebnissteigernde Maßnahmen". Auch zum Abbau von Arbeitsplätzen wird es kommen. Soweit wie möglich setzt Metro hier auf die natürliche Fluktuation. Wie viele Stellen zur Disposition stehen, konnte ein Metro-Sprecher nicht beantworten. Das Programm sei gerade erst gestartet worden.

"Shape 2012" sieht im Einzelnen vor, dass die Vertriebslinien des Konzerns die alleinige Verantwortung für das operative Geschäft übernehmen. So sollen Metro Cash & Carry, Real, Media Markt und Saturn sowie Galeria Kaufhof künftig die gesamte Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Kunden selbst steuern. Bislang konzernübergreifende Funktionen wie Einkauf oder Logistik würden in die Verantwortung der Vertriebslinien überführt.

Das Großhandelsgeschäft Cash & Carry wird seine operativen Aktivitäten künftig aus den Regionen Westeuropa, Osteuropa und Asien heraus steuern. Die neue Struktur solle den Handlungsspielraum der Mitarbeiter im operativen Geschäft erweitern.

Hingegen sollen die Bereiche Finanzen, Controlling und Compliance unmittelbar von der Düsseldorfer Zentrale geführt werden. Metro konzentriert sich damit künftig noch stärker auf Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen. Operative Einheiten, die die Renditeanforderungen nicht erreichten, würden "konsequent restrukturiert oder abgegeben", kündigte der Handelskonzern an. Einzelheiten dazu wollte der Metro-Sprecher nicht nennen.

Seine Immobilien wird Metros ab 2009 eigenständig in der Segmentberichterstattung ausweisen. Alle Vertriebslinien mieteten die Standorte künftig zu marktähnlichen Konditionen.

Metro müsse gerade vor dem Hintergrund des zunehmend schwierigen Marktumfeldes die Schwachstellen konsequenter angehen, sagte Cordes. Der im vergangenen Jahr bei Real in Deutschland aufgesetzte Turnaround-Prozess, der erste Erfolge zeige, sei dafür ein gutes Vorbild.

Die Aktie des Handelskonzerns startete am morgen mit Kursgewinnen. Um 10.55 Uhr notierte das Papier des im DAX notierten Unternehmens bei 26,40 EUR, ein Plus von 8,2%. Damit ist die Metro-Aktie bislang Tagessieger in einem festeren Umfeld.

Insgesamt wertete der Markt die Maßnahmen positiv. Die LBBW kritisierte jedoch, dass "Shape 2012" wenig Zahlen enthalte und insofern eher vage geblieben sei. Unklar bleibe beispielsweise die jährliche Verteilung der genannten Effekte. Positiv wirken dürfte die Separierung des Immobilienportfolios, urteilt die LBBW. Der Wert der Immobilien lasse sich damit besser erkennen.

Die Analysten von M.M. Warburg nannten das Programm ambitioniert. Derzeit erziele Metro eine EBIT-Marge von rund 3%. Eine Ergebnisverbesserung von 1,5 Mrd EUR entspräche einer Margensteigerung von 2 Prozentpunkten, argumentieren sie. Auch M.M. Warburg fehlen Details wie Restrukturierungskosten oder eine Entwicklung nach Segmenten.

Webseite: http://www.metrogroup.de/ -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 119, consumer.de@dowjones.com DJG/nas/rio Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires

January 20, 2009 04:58 ET (09:58 GMT)

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