DJ UPDATE: Münchener Rück verdient 08 trotz Finanzkrise 1,5 Mrd EUR

DJ UPDATE: Münchener Rück verdient 08 trotz Finanzkrise 1,5 Mrd EUR

(NEU: weitere Zitate, Analystenstimme, Aktienkurs, ERGO, Hintergrund, Details) Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG hat im vergangenen Jahr zwar einen Ergebnisrückgang verzeichnet, der Konzern erzielte im Gesamtjahr und Schlussquartal 2008 trotz der Finanzkrise aber einen Gewinn. Das Ergebnis vor Anteilen Dritter sei 2008 auf 1,5 (3,9) Mrd EUR zurückgegangen, teilte der Rückversicherer am Mittwoch in München mit. Im vierten Quartal belief sich der Gewinn trotz weiterer Abschreibungen auf rund 100 Mio (2007: 589 Mio) EUR.

Die Dividende soll, wie bereits angekündigt, mit 5,50 EUR je Aktie auf Vorjahreshöhe bleiben. Der gemessen am Prämienaufkommen weltweit zweitgrößte Rückversicherer blieb mit seinem Jahresergebnis zwar um mehr als die Hälfte hinter dem einstmals prognostizierten Jahresgewinn von 3,4 Mrd EUR zurück. Trotzdem zeigte sich der Finanzmarkt zufrieden mit den Zahlen.

Das Ergebnis sei gut, aber nicht spektakulär, da es im Rahmen der Erwartungen geblieben sei, sagte Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse. Wichtig, sei, dass das Eigenkapital des Rückversicherers im vierten Quartal mit 21,3 Mrd EUR stabil geblieben sei. Seine Einschätzung "Kaufen" mit Ziel 140 EUR will Hamann beibehalten.

Am Aktienmarkt fiel die Aktie am Vormittag zwar um 3,8% auf 103,43 EUR. Analyst Konrad Becker von Merck Finck & Co sagte jedoch, nach ähnlichen Tendenzaussagen der Hannover Rück sei der Kurs der Münchener Rück am Dienstag bereits stark gestiegen, damit habe die Aktie die relativ guten Nachrichten zum Teil vorweggenommen. Becker empfiehlt die Aktien zum "Halten".

Finanzvorstand Jörg Schneider zeigte sich mit dem vorläufigen Ergebnis 2008 zufrieden. "Dank unseres ausgeprägten Risikomanagements und eines diversifizierten Kapitalanlageportfolios kommen wir bisher relativ gut durch die Krise." Während das Konzernergebnis zwar auf 1,5 (3,9) Mrd EUR zurückging, stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 1,5% auf 37,8 Mrd EUR. Von Dow Jones befragte Analysten hatten mit 1,6 Mrd EUR Gewinn und 37,4 Mrd EUR Prämieneinnahmen gerechnet.

Erst- und Rückversicherung entwickelten sich jedoch uneinheitlich. In der Schaden/Unfall-Rückversicherung stieg die Schaden-Kosten-Quote auf 99,5% von 96,4% im Jahr zuvor, in der Erstversicherung (Schaden/Unfall und Rechtsschutz) sank sie hingegen auf 91,2% (Vorjahr: 93,4%). Mit 1,5 Mrd EUR machten sich hier Großschäden und Naturkatastrophen wie der Hurrikan Ike bemerkbar.

Die Finanzmarktkrise belastete die Bilanz zusätzlich. Den Aktienanteil im Portfolio verringerte der Konzern auf 3,6% (30. September: 9,3%) und baute zusätzlich das Hedging aus, so dass das Nettoexposure auf 1,7% (30. September: 4,6%) sank.

Dennoch musste die Münchener Rück auch im vierten Quartal angesichts der anhaltenden Marktturbulenzen ergebniswirksame Abschreibungen auf Aktienbestände vornehmen. Die Münchener Rück bezifferte deren Umfang mit 0,9 Mrd EUR. Dank Zuschreibungen auf Derivate blieb im vierten Quartal ein Saldo aus Ab- und Zuschreibungen von plus 0,7 Mrd EUR. Der Konzern schreibt Verluste auf seine Aktienbestände erst ab, wenn deren Kurswert um mehr als 20% gefallen ist oder diese länger als sechs Monate unter dem Einstandskurs notiert.

Die Abschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere beliefen sich im Schlussquartal auf rund 0,4 Mrd EUR.

In der Januar-Erneuerungsrunde, in der zwei Drittel der Schaden-/Unfall-Rückversicherungsverträge erneuert werden, stieg das Prämienniveau im Vergleich zum Vorjahr um 2,6%, so die Münchener Rück. Der Rückversicherungsmarkt habe "deutliche Anzeichen" für eine Verhärtung mit steigenden Prämien gezeigt. Besonders zum Ende der Erneuerungsrunde hätten die Prämien angezogen.

Unternehmensangaben zufolge standen Verträge mit einem Prämienvolumen von rund 8,3 Mrd EUR zur Erneuerung an. Davon seien aber 17,6% oder rund 1,5 Mrd EUR nicht erneuert worden. Stattdessen habe der Konzern in attraktiveren Segmenten für 954 Mio EUR Neugeschäft gezeichnet. Zusammen mit dem erneuerten Geschäft von rund 6,8 Mrd EUR und einer leichten Erhöhung von Anteilen an bereits bestehendem Geschäft (256 Mio EUR) ergebe sich ein Prämienrückgang um 3%.

Unterdessen kündigte die Erstversicherungstochter Ergo an, in diesem Jahr der Mutter keine Dividende zu zahlen. Im Vorjahr hatte der Versicherer noch 13,25 EUR je Anteilsschein ausgeschüttet. Das Ergo-Konzernergebnis sank auf rund 92 (Vj 781) Mio EUR. Belastet worden sei das Ergebnis durch Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 177 (8) Mio EUR sowie höhere Finanzierungskosten von 61 (22) Mio EUR.

Webseite: http://www.munich-re.com -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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February 04, 2009 04:54 ET (09:54 GMT)

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