DJ UPDATE: Regierung erwartet 2009 tiefe Rezession in Deutschland

DJ UPDATE: Regierung erwartet 2009 tiefe Rezession in Deutschland

(NEU: Weitere Aussagen von Glos, Börner, Reaktionen von Verbänden)

BERLIN (Dow Jones)--Die Bundesregierung erwartet für 2009 eine tiefe Rezession, sinkende Exporte und eine steigende Arbeitslosigkeit. In dem am Mittwoch beschlossenen Jahreswirtschaftsbericht geht das Kabinett von einer Schrumpfung des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um rund 2,25% aus. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte bei einer Pressekonferenz in Berlin, der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, habe ihn "in dieser Einschätzung bestätigt". Die Bundesbank gehe für das vierte Quartal 2008 von einem BIP-Rückgang um 1,8% aus. Im Jahr 2008 war die deutsche Wirtschaft um 1,3% gewachsen, im Jahr 2007 um 2,5%.

Allerdings erwartet die Regierung laut Glos "im zweiten Halbjahr 2009 eine Wende zum Besseren". 2010 werde die Weltwirtschaft nach seiner Erwartung die Schwäche überwunden haben "und sich wieder in einem Wachstumsprozess" befinden, sagte Glos. Eine detaillierte Wachstumsrate für das deutschen BIP wollte der Wirtschaftsminister jedoch für 2010 nicht benennen.

"Die Möglichkeit ist da, dass wir ab Mitte des Jahres den Boden erreicht haben", räumte auch der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, in einem Interview mit n-tv ein. Die deutsche Industrie, die quasi unverschuldet in die Krise geraten sei, habe ihre Hausaufgaben gemacht und stünde bereit, wenn in den anderen Wirtschaftsregionen der Schwung wieder zunimmt, sagte Treier.

Allerdings ist 2009 laut Regierung und auch dem Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) vom Export als einer der Hauptstützen des Wachstums in den vergangenen Jahren kein Beitrag zum Wachstum zu erwarten. Die Regierung rechnet mit einem Rückgang der deutschen Ausfuhren um 8,9%, der BGA schätzt den Exportrückgang auf 4% bis 6%.

Deutschland dürfte dennoch auch 2009 Exportweltmeister bleiben, da China voraussichtlich noch größere Ausfuhrrückgänge werde hinnehmen müssen, sagte BGA-Präsident Anton F. Börner. "Wir werden relativ unseren Marktanteil weltweit halten, wenn nicht sogar noch leicht ausbauen können", sagte Börner.

Die Importe dürften laut Jahreswirtschaftsbericht um 5,0% sinken. Die Arbeitslosenquote sieht die Regierung 2009 bei 8,4% nach 7,8% im Vorjahr. Für den Privatkonsum erwartet sie allerdings eine Zunahme um 0,8%. "Wir sind davon überzeugt, dass nach Jahren der Stagnation der Konsum wieder das Wachstum stützen wird", betonte Glos. Verantwortlich hierfür seien Steuer- und Abgabensenkungen.

Positiv bewerteten Wirtschaftsverbände die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen. Das Finanzmarktstabilisierungsgesetz und die Konjunkturpakete wiesen in der Summe in die richtige Richtung und könnten auch langfristige Wachstumsimpulse auslösen, erklärten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Das Konjunkturpaket II sei nach Umfang und Ausrichtung geeignet, um den Rezessionsverlauf abzufedern, erklärte der Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). "Die Politik hat einen wichtigen Beitrag geleistet, damit sich die Konjunktur im Verlauf des Jahres wieder allmählich erholen kann", urteilte auch Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes deutscher Banken.

Webseite: http://www.bmwi.de http://www.bga.de http://www.bdi.eu http://www.arbeitgeber.de http://www.bvr.de http://www.bankenverband.de -Von Beate Preuschoff und Andreas Kißler, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4122, [email protected] DJG/bep/ank/apo Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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January 21, 2009 07:07 ET (12:07 GMT)

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