DJ UPDATE: Schaeffler fordert Rücktritt von Conti-Chefkontrolleur

DJ UPDATE: Schaeffler fordert Rücktritt von Conti-Chefkontrolleur

(NEU: Mit mehr Schaeffler, Bekenntnis zu Neumann) Von Katharina Becker DOW JONES NEWSWIRES

HERZOGENAURACH/HANNOVER (Dow Jones)--Das fränkische Familienunternehmen Schaeffler hat den Aufsichtsratsvorsitzenden der Continental AG zum Rücktritt aufgefordert. Indem er "eine gemeinsame Lösung sabotiert und eigene Interessen verfolgt", habe Hubertus von Grünberg "Vertrauen zerstört", sagte ein Sprecher der Herzogenauracher am Dienstag.

"Wenn von Grünberg nicht zurücktritt, werden wir eine außerordentliche Hauptversammlung beantragen und alle zehn Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat neu besetzen", sagte der Firmensprecher. Schaeffler erwarte, dass der Oberkontrolleur "zeitnah" zurücktrete.

Mit der Rücktrittsforderung bricht Schaeffler endgültig mit dem Conti-Aufsichtsratsvorsitzenden. Ursprünglich war es von Grünberg, der den befreundeten Schaefflers gegen den erbitterten Widerstand des damaligen Conti-Vorstandsvorsitzenden Manfred Wennemer den Weg nach Hannover ebnete. Ein offener Machtkampf hatte zuletzt aber das Verhältnis zwischen den beiden Unternehmen stark belastet.

Der Schaeffler-Sprecher wies am Dienstag Medienberichte zurück, Schaeffler würde mit einer kompletten Neubesetzung der Kapitalseite des insgesamt 20-köpfigen Aufsichtsrates die Investorenvereinbarung mit Conti brechen. Diese sieht eigentlich nur vor, dass die Franken maximal vier Vertreter in den Aufsichtsrat in Hannover entsenden dürfen. Der Sprecher stellte aber klar, dass Schaeffler alle zehn Sitze im Aufsichtsrat neu besetzen darf, solange nicht mehr als vier Personen von Schaeffler gestellt werden.

"Wir werden die Investorenvereinbarung nicht brechen und Conti nicht schädigen", betonte der Sprecher. Schaeffler strebe vielmehr eine konstruktive Zusammenarbeit an, zu der auch der Zusammenschluss der Automobilsparten gehöre. "Dabei geht es auch nicht darum, unsere Schulden auf Conti abzuwälzen", sagte er. Zuvor war mehrfach spekuliert worden, die Franken wollten bei einer Zusammenlegung der Sparten Conti auch einen Teil ihrer Schulden mit übergeben.

Schaeffler betonte, der aktuelle Angriff richte sich primär gegen den Conti-Aufsichtsratsvorsitzenden. Der Conti-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann wurde dagegen unterstützt: "Wir gehen davon aus, dass wir mit Neumann weiter gut und konstruktiv zusammenarbeiten werden." Continental wollte sich am Dienstagnachmittag zu den neuen Forderungen von Schaeffler zunächst nicht äußern.

Schaeffler ist seit dem 8. Januar mit 49,9% Großaktionär des weltweit fünftgrößten Automobilzulieferers. Um die Vereinbarung, den Anteil bis 2012 auf 49,99% zu begrenzen nicht zu brechen, hatte Schaeffler knapp 40% der ihnen im Rahmen des Übernahmeangebotes angedient Aktien an die beiden Privatbanken Sal. Oppenheim und Metzler weitergereicht.

Webseiten: http://www.conti-online.com/ http://www.schaeffler-gruppe.de/ -Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 112, [email protected] DJG/kat/jhe Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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January 20, 2009 10:10 ET (15:10 GMT)

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