DJ UPDATE2: Piloten von Contact Air treten in Streik

DJ UPDATE2: Piloten von Contact Air treten in Streik

(NEU: Aussagen von Contact Air)

Von Kirsten Bienk

DOW JONES NEWSWIRES

NEU-ISENBURG (Dow Jones)--Die Deutsche Lufthansa AG hat am Mittwoch auf Grund des zeitlich befristeten Streiks der Piloten der Fluggesellschaft Contact Air 15 Flüge gestrichen. Wenige hundert Fluggäste vor allem auf innerdeutschen Strecken wurden von Deutschlands größter Airline auf andere Maschinen umgebucht. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre Mitglieder bei Contact Air zum Arbeitskampf aufgerufen. Zuvor hatte sie Tarifverhandlungen als gescheitert erklärt und die Mitglieder in einer Urabstimmung befragt.

Contact Air fliegt nach Angaben der Gewerkschaft fast ausschließlich im Rahmen der Allianz Lufthansa Regional. Am Mittwoch würden sich in der Zeit von 4.30 Uhr bis 9.30 Uhr alle 22 aufgerufenen Piloten an dem Streik beteiligen, sagte Ilona Ritter, Leiterin Tarifpolitik bei der Gewerkschaft. Damit seien Flugzeuge an den Flughäfen Düsseldorf, Hannover, Hof, Nürnberg und Stuttgart am Boden geblieben.

Die VC-Mitglieder hatten sich im Rahmen der Urabstimmung für unbefristete Streiks ausgesprochen. An der Umfrage hatten sich 99% der Stimmberechtigten beteiligt. Rund 96% hätten für den Arbeitskampf plädiert, sagte Ritter. Die Gewerkschaft will für das Jahr 2008 eine Gehaltssteigerung von 7,9% und für das laufende Jahr ein Plus von 5,9%.

Die Geschäftsführung von Contact Air habe indes nur eine Anhebung der Gehälter im unteren einstelligen Bereich angeboten, sagte Ritter. Dies sei "absolut unzureichend". Der aktuelle Vergütungstarifvertrag war zum 1. Juli 2008 ausgelaufen.

Die Vereinigung Cockpit begründet ihre Gehaltsforderungen mit der derzeitigen Gehaltsstruktur bei Contact Air und einem daraus resultierenden großen Nachholbedarf gegenüber vergleichbaren Airlines. Da Lufthansa im vergangenen Geschäftsjahr hervorragende Ergebnisse erreicht habe, sollten auch die rund 130 Piloten bei Contact Air daran teilhaben, sagte die Tarifexpertin.

Contact Air sieht sich indes nicht in der Lage, auf dieses Ansinnen einzugehen. "Die Gehaltsforderungen sind für uns wirtschaftlich nicht verkraftbar", sagte Geschäftsführer Manfred Gärtner zu Dow Jones Newswires. Contact Air sei Auftragnehmerin von Lufthansa und stehe damit in Konkurrenz zu anderen Airlines. Gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Umfeldes zahle Lufthansa Contact Air keine höheren Preise.

Contact Air hat den VC-Mitgliedern Gärtner zufolge für die kommenden drei Jahre Gehaltserhöhungen von jeweils 3,5% geboten sowie weitere Zahlungen bei entsprechendem Wachstum. Die Airline ist von der Gewerkschaft aufgefordert worden, ein höheres Angebot vorzulegen. Er sei sich aber derzeit noch nicht sicher, ob dies möglich sei, sagte der Geschäftsführer. Insofern müsste er darüber erst einmal in aller Ruhe nachdenken.

Die Auswirkungen dieses Streiks sind bei der Deutschen Lufthansa indes marginal. Die 15 gestrichenen Flüge stellen nach Angaben von Sprecher Thomas Jachnow weniger als 1% der Tagesflugmenge da. Lufthansa hat für Mittwoch rund 2.000 Flüge auf dem Programm. Contact Air fliegt vor allem dezentrale Lufthansa-Standorte in Deutschland an.

Webseiten: http://www.lufthansa-financials.de http://www.vcockpit.de -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, [email protected] DJG/kib/brb

(END) Dow Jones Newswires

January 21, 2009 09:33 ET (14:33 GMT)

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