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DJ UPDATE3: Metro krempelt Struktur um und baut Stellen ab

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DJ UPDATE3: Metro krempelt Struktur um und baut Stellen ab

(NEU: Stellungnahme Metro, aktualisierter Aktienkurs)

Von Natali Schwab

DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Handelskonzern Metro gibt sich eine neue Struktur und hat dazu einen umfassenden Maßnahmenkatalog vorgelegt, der auf eine stärkere Transparenz, Effizienz und langfristiges Wachstum abzielt. Insgesamt hat Metro ein Ergebnisverbesserungspotenzial von 1,5 Mrd EUR bis 2012 ausgemacht. Betroffen sind rund 15.000 Stellen. Entlassungen sind jedoch nicht geplant.

Das "Shape 2012" getaufte Programm sieht eine Dezentralisierung des operativen Geschäfts vor, in dem künftig die Vertriebslinien die alleinige operative Verantwortung übernehmen sollen. Daneben würden die Bereiche, die für die Steuerung und Kontrolle des Konzerns relevant seien, wie Finanzen und Controlling, stärker zentralisiert.

Rund die Hälfte der geplanten Ergebnisverbesserung soll durch Einsparungen erreicht werden. Die andere Hälfte entfalle auf Produktivitätsverbesserung "und andere ergebnissteigernde Maßnahmen". Das Programm beinhaltet auch den Abbau von Arbeitsplätzen weltweit, teilte Metro mit. Dies soll soweit wie möglich durch natürliche Fluktuation erreicht werden.

Insgesamt seien rund 15.000 Stellen von "Shape 2012" betroffen, sagte eine mit der Situation vertraute Person Dow Jones Newswires. Zu den bereits geplanten 4.000 Stellen, die im Zuge der Restrukturierung von Real und Cash & Carry Deutschland wegfielen, kämen noch einmal zusätzlich 11.000 Arbeitsplätze hinzu. Mit einem Jahresumsatz von rund 68 Mrd EUR beschäftigt Metro weltweit etwa 300.000 Mitarbeiter.

Der Konzern bestätigte die Zahl von 15.000 Stellen. Dabei handele es sich jedoch nicht um Entlassungen, betonte Metro. Frei werdende Stellen würden nicht alle nachbesetzt. Jedes Jahr steige die Zahl der Beschäftigten in einer Größenordnung von 8.000 bis 10.000 Mitarbeitern. Metro gehe davon aus, dass der Konzern auch in den nächsten Jahren im Saldo weiter Personal aufbauen werde. Auch werde Metro ihre Einstellungs- und Ausbildungspraxis beibehalten.

"Shape 2012" sieht im Einzelnen vor, dass Metro Cash & Carry, Real, Media Markt und Saturn sowie Galeria Kaufhof künftig die gesamte Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Kunden selbst steuern sollen. Bislang konzernübergreifende Funktionen wie Einkauf oder Logistik würden in die Verantwortung der Vertriebslinien überführt, erklärte Metro.

Die Ländergesellschaften erhielten zudem mehr Eigenverantwortung. So erhalte das Großhandelsgeschäft Cash & Carry eine neue Führungsstruktur. Der Bereich werde seine operativen Aktivitäten künftig aus den Regionen Westeuropa, Osteuropa und Asien heraus steuern.

Metro konzentriere sich künftig noch stärker auf Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen. Operative Einheiten, die die Renditeanforderungen nicht erreichten, würden "konsequent restrukturiert oder abgegeben", kündigte der Handelskonzern an. Einzelheiten nannte er dazu nicht.

Durch das Maßnahmenpaket werde das Unternehmen "in entscheidenden Teilen vom Kopf auf die Füße gestellt", sagte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes am Dienstag. Ziel sei es, das profitable Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern. Bereits angelaufene Optimierungsprogramme der Vertriebslinien - wie etwa die Restrukturierung bei Real - sollen integriert werden.

"Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage machen wir das Unternehmen damit auch wetterfest", so der Vorstandsvorsitzende. Er betonte dabei, dass es nicht darum gehe, "einfach Kostensenkungsziele zu addieren", sondern Chancen auf eine höhere und schnellere Marktdurchdringung zu nutzen. Ein wesentliches Prinzip bleibe das Wachstum durch internationale Expansion.

Metro müsse jedoch gerade vor dem Hintergrund des zunehmend schwierigen Marktumfeldes die Schwachstellen konsequenter angehen, sagte Cordes. Der im vergangenen Jahr bei Real in Deutschland aufgesetzte Turnaround-Prozess, der erste Erfolge zeige, sei dafür ein gutes Vorbild.

Insgesamt wertete der Markt die Maßnahmen positiv. Die Analysten von Merck Finck & Co nannten das Paket einen "wesentlichen Strategiewechsel". So seien Einkauf und Vertrieb bislang zentral gesteuert worden. Nun könnten die Bereiche flexibler und schneller auf Änderungen in der Kundennachfrage reagieren. Merck & Finck erwartet bis 2012 Einsparungen der Verwaltungskosten von rund 10%. Die Vertriebskosten dürften um etwa 5% sinken.

Die geplante Ergebnisverbesserung von 1,5 Mrd EUR bis 2012 sehen die Analysten jedoch als zu hoch an und verweisen auf die langfristig schwierigen Bedingungen der Wirtschaft und des Einzelhandels.

Die LBBW kritisierte, dass "Shape 2012" in Bezug auf detaillierte Zahlen eher vage geblieben sei. Unklar bleibe beispielsweise die jährliche Verteilung der genannten Effekte.

Die Analysten von M.M. Warburg nannten das Programm ambitioniert. Derzeit erziele Metro eine EBIT-Marge von rund 3%. Eine Ergebnisverbesserung von 1,5 Mrd EUR würde eine Margensteigerung von 2 Prozentpunkten bedeuten. Dabei fehlen den Analysten ebenfalls weitere Details wie Restrukturierungskosten, oder die Entwicklung nach Segmenten.

Die im DAX notierte Aktie gibt im Handelsverlauf einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Um 14.55 Uhr betrug das Plus noch 4,8% auf 25,57 EUR. Das Tageshoch markierte das Papier bei 26,79 EUR.

Webseite: http://www.metrogroup.de -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 119, consumer.de@dowjones.com DJG/nas/cbr/brb Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires

January 20, 2009 08:56 ET (13:56 GMT)

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