DJ Wall Street schließt nach Erholungsrally über 3% fester

DJ Wall Street schließt nach Erholungsrally über 3% fester

(Korrigierte Fassung)

NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street ist am Mittwoch auf Erholungskurs gegangen und hat den größten Teil der Vortagesverluste wieder wettgemacht. Nach einem volatilen Beginn ging es im Nachmittagshandel (Ortszeit) dank einer Rally im Finanzsektor und begünstigt durch gute IBM-Zahlen bzw einen positiven Ausblick stetig bergauf.

Einige Analysten machten indes Silberstreifen am Konjunkturhorizont aus und bewerteten die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Ankurbelung der Konjunktur deutlich positiver. Die Vorschläge seien durchaus vergleichbar mit den Maßnahmen unter Präsident Franklin Roosevelt im Jahr 1933 zurzeit der großen Depression. "Die wichtigste Gesetzgebung in den kommenden Wochen betrifft das Konjunkturprogramm. Es wird die Zuversicht der Märkte verstärken oder für eine Enttäuschung sorgen", sagte Analyst Jeffrey Kleintop von LPL Financial.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) schnellte um 3,5% oder 279 Punkte auf 8.228 in die Höhe. Für den breiter diversifizierten S&P-500-Index ging es um 4,3% bzw 35 Zähler auf 840 nach oben und der Nasdaq-Composite-Index rückte um 4,6% oder 66 Stellen auf 1.507 vor. Alle drei Indizes schlossen damit in der Nähe ihrer Tageshochs. Umgesetzt wurden 1,74 (Dienstag: 1,72) Mrd Aktien. Die Zahl der Gewinner lag bei 2.461, die der Verlierer bei 536. Unverändert schlossen 65 Titel.

Händler begründeten die satten zweistelligen Kursgewinne bei vielen Finanzwerten in erster Linie mit einer technisch bedingten Gegenreaktion. Darüber hinaus helle die sich nunmehr wieder etwas deutlicher abzeichnende Einrichtung einer "Bad Bank" für als "toxisch" geltende Wertpapiere die Stimmung auf. Durch die Einrichtung eines solchen Instituts aus Mitteln aus dem "Troubled Asset Relief Program" (TARP) könnten die problematischen Titel aus den Bilanzen der Banken entfernt werden, hieß es.

Ohne größere Auswirkungen auf die Kursentwicklung für die US-Aktienmärkte waren die Aussagen des designierten US-Finanzministers Timothy Geithner vor dem Finanzausschuss des Senats geblieben. Der ehemalige President der Federal Reserve Bank of New York gilt als Wunschkandidat der Wall Street, bereits seine Berufung in das Kabinett von US-Präsident Barack Obama hatte seinerzeit für einen Höhenflug an den US-Aktienmärkten gesorgt. "Der Markt rechnet weiter mit der Berufung von Geithner zum Finanzminister", sagte ein Börsianer.

Zu größten Gewinnern unter den US-Standardwerten gehörten Finanzwerte. Zu größten Gewinnern unter den US-Standardwerten gehörten Finanzwerte. Citigroup katapultierten sich um 31,1% auf 3,67 USD nach oben, Bank of America legten um 31% auf 6,68 USD zu und J.P. Morgan rückten um 25,1% auf 22,63 USD vor. IBM verteuerten sich um 11,5% auf 91,42 USD. Der als "Leuchtturmunternehmen" für den gesamten Sektor geltende Informationstechnologiekonzern hat im vierten Quartal einen Nettogewinn von 3,28 USD je Aktie erwirtschaftet. Analysten hatten im Mittel ihrer Prognosen lediglich mit 3,03 USD je Aktie gerechnet. Auch die Gewinnprognose für 2009 von wenigstens 9,20 USD je Aktie lag deutlich über dem Analystenkonsens von 8,70 USD je Aktie.

Schon vor der Eröffnungsglocke an Wall Street hatte der taumelnde US-Automobilhersteller General Motors seine weltweiten Absatzzahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2008 vorgelegt. Demnach sank der Absatz im vergangenen Jahr um 11%, im Schlussquartal lag der Rückgang bei 26%. Für die Aktie ging es nach einem längeren Ausflug in negatives Terrain um 0,9% auf 3,53 USD nach oben. Auch eine Heraufstufung der Deutschen Bank stützen Ford im S&P-500-Index nicht, die Aktie büßte 1,9% auf 2,09 USD ein.

Verluste verzeichneten auch United Technologies, die um 0,2% auf 49,25 USD nachgaben. Der US-Mischkonzern hat im vierten Quartal ein Nettoergebnis von 1,23 USD je Aktie erwirtschaftet. Analysten hatten im Mittel ihrer Prognosen mit einem Gewinn von 1,22 USD je Aktie gerechnet. UAL, der Mutterkonzern der Fluggesellschaft United Airlines, hat im vierten Quartal einen Verlust von 0,47 USD je Aktie eingefahren. Für die Aktien ging es daraufhin um 6,1% auf 10,91 USD talwärts. Nach Zahlenvorlage durch das Unternehmen stiegen Abbott um 6,3% auf 52,32 USD.

Nach Börsenschluss legte unter anderem der Rechner- und Konsumentenelektronikhersteller Apple seine Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen Gewinn von 1,38 USD je Aktie. Im Vorfeld legten die Titel um 5,9% auf 82,83 USD zu.

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January 22, 2009 01:32 ET (06:32 GMT)

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