DJ XETRA-SCHLUSS/DAX schließt nach volatilem Geschäft etwas fester

DJ XETRA-SCHLUSS/DAX schließt nach volatilem Geschäft etwas fester

FRANKFURT (Dow Jones)--Mit einer extremen Volatilität hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch erneut auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem er im Tief bei 4.140 Punkten und im Hoch bei 4.314 Punkten notierte, ging der Leitindex letztendlich etwas fester aus dem Handel. Der DAX gewann 0,5% oder 21 auf 4.261 Stellen. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 175,7 (Vortag: 163,2) Mio Aktien im Wert von rund 3,40 (Vortag: 3,08) Mrd EUR. Im Blick stand wie in den Vortagen der Bankensektor. Nachdem zur Eröffnung schwache Vorgaben aus den USA zunächst die Notierungen belasteten, ging es in der Folge kräftig nach oben.

Als hilfreich erwiesen sich dabei Medienberichte, wonach die Bundesbank an den Eckpunkten für eine "Bad Bank" arbeitet. "Es ist wohl klar, dass es in der einen oder anderen Form zu einer Lösung kommen wird", äußerte sich ein Händler. Die Finanzinstitute könnten den noch bestehenden Abschreibungsbedarf auf ihre toxischen Wertpapiere ohne staatliche Hilfe wohl kaum stemmen. Zuvor lasteten erneut Ängste vor einer möglichen Verstaatlichung des Sektors auf dem Sentiment für europäische Banken.

Auch die belgische Regierung will neue Maßnahmen erarbeiten, um das Bankensystem des Landes zu stärken. Zunächst werde eine Steuerungskommission eine Analyse zur finanziellen Lage der Institute erstellen, auf deren Grundlage Belgien dann breit angelegte Maßnahmen erarbeite, teilte die Regierung mit.

Die Tagesgewinne konnten allerdings in der Folge nicht gehalten werden, als am späten Nachmittag sowohl der Dollar als auch der Euro unter deutlichen Abgabedruck gegen den Yen gerieten. Die US-Währung rutschte unter die psychologisch wichtige Schwelle von 90 JPY, die auch als wichtiges Risikobarometer an den Finanzmärkten gilt. Auslöser soll das Auslaufen von Optionsgeschäften am Devisenmarkt gewesen sein, hieß es im Handel. Technisch betrachtet geht es im DAX weiter um die Marke von 4.000 Punkten.

Eine Berg- und Talfahrt legten am Berichtstag die Bankaktien hin. Händler gehen davon aus, dass auch in den kommenden Tagen die Entwicklung volatil bleiben wird. Die Anleger schwankten dabei zwischen der Angst vor neuen Horrormeldungen und möglichem Eindeckungsbedarf nach den dramatischen Verlusten der vergangenen Tage. Commerzbank verloren 1,6% auf 2,86 EUR und Hypo Real Estate 10,5% auf 1,80 EUR. Analysten der Commerzbank befürchten weiteren Kapitalbedarf von 3 Mrd EUR. Dagegen stiegen Deutsche Bank in einer Erholungsbewegung um 3,9% auf 17,64 EUR und Postbank 10,4% auf 7,95 EUR. Für Deutsche Börse ging es dagegen um 1,9% auf 39,98 EUR nach unten.

SAP zogen um 2,9% auf 26,69 EUR an und Siemens um 3,5% auf 44,45 EUR. Beide Werte profitierten laut Händlern von einem optimistischen Ausblick des Informationstechnologiegiganten IBM. Das Unternehmen rechnet 2009 mit einem Gewinn von mindestens 9,20 USD je Aktie. Analysten prognostizieren im Mittel ihrer Prognosen lediglich 8,75 USD je Aktie. adidas zogen nach Bestätigung der Prognosen für 2008 um 2,7% auf 25,61 EUR an.

Mit Anschlusskäufen ging es für die Metro-Aktie um 5,6% auf 27,79 EUR nach oben. Noch höher fiel das Plus bei Salzgitter mit 7% auf 52,27 EUR aus. Ein Analyst verwies auf die Erholung der Preise bei Langstahl als möglichen Grund für den Anstieg. Für ThyssenKrupp ging es 2,2% auf 17,09 EUR nach oben. Auf der anderen Seite verloren MAN 3,2% auf 30,64 EUR und Münchener Rück 3,2% auf 102,17 EUR. Beide Titel konnten sich von den Tagestiefs aber deutlich erholen.

In der zweiten Reihe zogen Continental um 5,9% auf 18,03 EUR an. Der Machtkampf zwischen Schaeffler und Continental beschäftigt am Samstag laut Informationen von Dow Jones den Aufsichtsrat des Automobilzulieferers aus Hannover. Dabei soll es um die Rücktrittsforderung des Herzogenauracher Großaktionärs gegen den Vorsitzenden des Conti-Aufsichtsrates, Hubertus von Grünberg, gehen.

Auf den Verkaufslisten standen einmal mehr einige Aktien aus der Solarbranche. Im TecDAX büßten centrotherm 5,2% auf 16,11 EUR ein, Roth & Rau verloren 4,3% auf 12,82 EUR und Solon verbilligten sich um 1,7% auf 10,91 EUR.

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January 21, 2009 12:22 ET (17:22 GMT)

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