DJ Zahl der US-Autoverkäufe im Januar auf neuem Tiefpunkt

NEW YORK (Dow Jones)--Der Absatz der Automobilhersteller hat im Januar in den USA den tiefsten Stand seit über einem Vierteljahrhundert erreicht. Teilweise mit einer Halbierung der Verkaufszahlen schnitten erneut die US-Hersteller am schwächsten ab, aber auch von den deutschen Herstellern verkauften viele gut 30% weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Der gesamte Markt schrumpfte um 37%.

Nach Berechnungen der Marktforscher von Autodata Corp wurden im Januar anualisiert noch 9,57 Mio Fahrzeuge in den USA verkauft. Noch weniger Automobile wurden zuletzt im Juli 1982 abgesetzt. Die restriktive Kreditvergabe und das nachlassende Verbrauchervertrauen angesichts des laufenden Stellenabbaus forderten ihren Tribut. Schon das Jahr 2008 war mit 13,2 Mio verkauften Autos das schwächste seit 16 Jahren gewesen, und die Abwärtsbewegung setzte sich nun fort.

Am schlechtesten schnitten General Motors (GM) und Chrysler ab, deren Absätze um 49% bzw 55% einbrachen. Der einst drittgrößte US-Anbieter Chrysler liegt mit der Zahl der verkauften Automobile inzwischen nur noch auf Rang fünf, auch Honda hat sich inzwischen vor Chrysler geschoben. Chrysler und auch GM kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten und erarbeiten derzeit einen Plan für ihr Überleben, das ihnen durch Gelder der US-Regierung ermöglicht werden soll.

Aber auch Ford, die auf Hilfe der US-Regierung verzichten will, verkaufte 39% weniger Fahrzeuge als noch vor einem Jahr. Die Absatzverluste der japanischen Hersteller summierten sich auf rund 30%, etwas besser verlief das Geschäft für die meisten deutschen Anbieter.

Vom Abwärtssog voll mitgerissen wurde aber Daimler. Der Stuttgarter Konzern verkaufte mit 10.433 Fahrzeugen fast 43% weniger Autos der Marke Mercedes-Benz als noch vor Jahresfrist. Lediglich der Smart ließ den Konzernabsatz mit einem Minus von 35,5% etwas besser aussehen. Dabei war der Kleinstwagen im Vorjahreszeitraum noch nicht während des gesamten Monats verfügbar gewesen, insofern ist ein Vergleich der Absatzzahlen auf Konzernbasis schwierig.

Porsche verkaufte 36% weniger Fahrzeuge. Das Unternehmen habe sich der konjunkturbedingten Nachfrageschwäche nicht entziehen können, begründete der Sportwagenhersteller. Audi verkaufte mit 4.722 Autos gut 26% weniger. Am besten schnitten Volkswagen und BMW ab, deren Verkaufszahlen um lediglich 11,6% bzw 15,5% zurückgingen. Dem VW-Absatz halfen einige im Vorjahr noch nicht erhältliche Modelle.

Insgesamt betrachtet lagen die Absatzzahlen unter den Erwartungen der US-Marktbeobachter. Der Abwärtstrend seit dem Herbst 2008 habe sich beschleunigt, sagten Analysten. Errechnet man auf auf Basis der Januar-Absätze die Verkaufszahlen für das Gesamtjahr, werden in den USA 2009 wohl weniger Automobile als in China verkauft.

Bei einer sich fortsetzenden Absatzschwäche dürften die Hersteller und die Zulieferer in den kommenden Monaten weitere Produktionseinschnitte vornehmen, um die Kosten zu drücken, warnten Beobachter.

Webseiten: http://www.gm.com http://www.ford.com http://www.volkswagenag.com http://www.bmw.de http://www.porsche.com http://www.daimler.com http://www.toyoto.co.jp -Von Kevin Kingsbury, Dow Jones Newswires, ++49 (0) 69 297 25 103, [email protected] DJG/DJN/jhe/brb Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

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February 04, 2009 01:09 ET (06:09 GMT)

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