Dollar-Mangel Wie Afrikas Staaten gegen die Abwertung ihrer Währungen kämpfen

Die Dollar-Knappheit sorgt für Herausforderungen auf dem ganzen Kontinent. Foto: Getty Images

Die Dollar-Knappheit sorgt für Herausforderungen auf dem ganzen Kontinent. Foto: Getty Images

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Mit Währungsreserven, die weniger als einem Zehntel des Durchschnitts der Schwellenmärkte entsprechen, stehen Staaten wie Ghana und Sambia dem Verfall ihrer Landeswährungen relativ ohnmächtig gegenüber. Ausgelöst wurde dieser von dem Einbruch bei den Rohstoffen, der Abwertung in China und der Aussicht auf höhere Leitzinsen in den Vereinigten Staaten. Die Hälfte der zehn Währungen mit der schlechtesten Entwicklung in diesem Jahr stammt aus Afrika, obwohl die Währungshüter dort ihre Reserven schneller verbrennen als in jeder anderen Region.

„Afrikas Zentralbanken kommen an ihre Grenzen“, sagt Nema Ramkhelawan-Bhana, Ökonomin in Johannesburg bei Rand Merchant Bank, einer Sparte von Afrikas größtem Kreditinstitut. „Sie werden eine weitere Abschwächung hinnehmen müssen.“

Das sorgt für Herausforderungen auf dem ganzen Kontinent - von der schwindelerregenden Inflation in Angola bis hin zu einer das Geschäftsleben lähmenden Dollar-Knappheit in Nigeria. Und während die Reserven schwinden und die Exporte fallen, wird das Defizit in der Leistungsbilanz von Subsahara-Afrika das höchste aller Regionen sein, was ausländische Investitionen abschreckt, warnt derweil der Internationale Währungsfonds.

„Ich kann keinen Grund ausmachen, um derzeit an diesen Orten einzusteigen“, sagt Phillip Blackwood, Managing Partner bei EM Quest Capital in London, der die dänische Sydbank bei Investitionen in Schuldpapiere der Schwellenländer über 3,5 Milliarden Dollar berät. Sein Kunde, so Blackwood, habe jüngst in Lokalwährung denominierte Wertpapiere aus Nigeria, Ghana und Kenia verkauft und sei bei afrikanischen Vermögenswerten jetzt nur noch „sehr leicht“ engagiert.

Ein schwächerer Wechselkurs macht die Exporte Afrikas zwar wettbewerbsfähiger, der Nutzen wird aber durch den Werteinbruch bei Öl, Agrargütern und Edelmetallen zunichte gemacht, auf die sich die Staaten bei ihren Auslandserträgen stützen.

Die afrikanischen Länder verfügen über Fremdwährungsreserven im Wert von durchschnittlich 5,8 Milliarden Dollar, zeigen Daten von Bloomberg. Das entspricht sieben Prozent des Durchschnittswerts von 78 Milliarden Euro unter 31 Schwellenländern weltweit, selbst ohne Berücksichtigung der weltweit höchsten Reserven von China im Umfang von 3,7 Billionen Dollar.