Draghi-Ankündigung

Deutsche im EZB-Rat mit stärkstem Widerstand gegen QE

//
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Sabine Lautenschläger, EZB-Direktoriumsmitglied aus Deutschland, lehnten die Durchführung des Plans zum jetzigen Zeitpunkt ab, wie Notenbankvertreter aus dem Euroraum sagten, die anonym bleiben wollten, weil die Beratungen vertraulich sind.

Auch Klaas Knot aus den Niederlanden, Ewald Nowotny aus Österreich und Estlands Ardo Hansson haben den Informanten zufolge Vorbehalte gegen das Programm zu diesem Zeitpunkt geäußert. Ein Sprecher der EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Draghi hatte am Donnerstag zugesichert, Wertpapiere im Umfang von mindestens 1,1 Billion Euro zu kaufen, um der Gefahr einer Deflationsspirale zu begegnen. Eine “große Mehrheit” im 25-köpfigen EZB-Rat war Draghi zufolge dafür, jetzt zu handeln, auch wenn es keine förmliche Abstimmung über das Thema gab.

Die Notenbank wird monatlich für 60 Milliarden Euro Wertpapiere kaufen. Die Summe setze sich wahrscheinlich aus etwa 45 Milliarden Euro für Staatsanleihen, 5 Milliarden Euro für Schuldverschreibungen von europäischen Institutionen und Agenturen sowie 10 Milliarden Euro im Rahmen der bestehenden Kaufprogramme für Asset-Backed Securities und Covered Bonds zusammen, sagte eine der Personen.

Die EZB geht den Angaben zufolge davon aus, dass die Käufe die Inflationsrate im Euroraum um 0,4 Prozentpunkte in diesem und um 0,3 Prozentpunkte im kommenden Jahr ankurbeln werden.