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Die Bohrinsel SS-11 von der<br>brasilianischen Firma Petrobras<br>arbeitet vor der Küste<br>Brasiliens im Santos-Becken

Die Bohrinsel SS-11 von der
brasilianischen Firma Petrobras
arbeitet vor der Küste
Brasiliens im Santos-Becken

Dreitausend Meter unter dem Meer

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Und plötzlich schießt das Öl aus der Erde, die Fontaine regnet auf die Männer herab, die ihre Freude über den Fund in einem wilden Tanz ausleben, über und über mit dem glänzenden schwarzen Öl überzogen… Die Bilder vom Ölrausch in Texas leben auch dank Filmen wie „Giganten“ mit James Dean im kollektiven Gedächtnis fort. Mit den modernen Bedingungen der Ölförderung haben sie indes nicht mehr viel gemein. Aufgrund von seismischen Forschungen weiß man, dass sich der Großteil der heute bekannten Ölreserven im Meer befindet (Offshore), vor allem in der Tiefsee. Das Wissen um die Endlichkeit der Ressource Öl und der damit auf absehbare Zeit weiter steigende Ölpreis machen die Förderung in Regionen Grafik vergrößerninteressant und notwendig, die bislang als nicht wirtschaftlich genug galten. Ab einem Barrel-Preis von 20 US-Dollar wird eine Förderung auch aus Wassertiefen von über 3.000 Metern und weit entfernt von den Küsten rentabel. Seit wenigen Jahren erst hat die Offshore-Förderung aus Tiefen von über 900 Metern stark zugenommen und wurden die Reserven in Wassertiefen über 2.500 Meter überhaupt in Angriff genommen (Siehe Grafik). Die wichtigen Ölgesellschaften stecken immer größere Summen in die Erkundung und Erschließung neuer Felder, die Ölexploration. So kommt es, dass die Mengen, die etwa vor der Küste Brasiliens vermutet werden, sich zwischen 1980 und 2005 auf 11,5 Milliarden Barrel verachtfacht Foto vergrößernhaben. Mit der Entdeckung des Tupi-Feldes 2007 stiegen die Ölreserven Brasiliens auf rund 18 Milliarden Barrel. Zuletzt stieß die brasilianische Gesellschaft Petrobras bei einer Probebohrung am 14. April auf Öl. Der bis auf das Weiße in seinen Augen ölverschmierte Kerl steht zwar weiterhin für den Arbeiter auf der Bohrinsel. Entscheidend ist aber vor allem Hightech bei Forschungs- und Fördertechnik. Wer im Meer nach Öl forscht und es fördern will, ist permanent dem Wind und den Wellen ausgesetzt. In vergleichsweise flachen Gewässern bis 500 Metern Tiefe können noch fest stehende Hubinseln, so genannte Jackups, aufgebaut werden.

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Für größere Tiefen bedient man sich heute Explorations- und Fördereinrichtungen, die schwimmen. Bohrschiffe eigenen sich besonders für Erkundungsbohrungen in stürmischen Gefilden. Die Männer an Bord müssen echte Seebären sein, denn die Schiffe sind dem permanenten Rollen und Foto vergrößernStampfen in der rauen See ausgesetzt. In ruhigeren Gewässern werden Halbtaucher oder Semisubs verwendet. Das sind Bohrinseln, die über Ballasttanks verfügen, die geflutet werden, wenn sie ihre Position erreicht haben. So bietet die Fördereinheit den Naturkräften weniger Angriffsfläche und liegt ruhiger im Wasser. Bohrschiffe wie Semisubs können Bohrungen in Wassertiefen bis zu 3.000 Metern vornehmen. Um dann weitere 7.000 Meter tief in den Meeresboden einzudringen. Das Bohrgestänge wird automatisiert zusammengesteckt, bis die notwendige Tiefe erreicht ist. Unbemannte Mini-U-Boote können eingesetzt werden, um die Arbeit vor Ort zu überwachen. Dabei werden die Bohreinheiten entweder klassisch über Anker und Ketten oder per Satellit und frei drehbare Strahlruder in Position gehalten. Wurde ein Ölfeld gefunden, das zur Förderung geeignet ist, wird eine Art Korken auf das Bohrloch gesetzt, durch den dann die eigentlichen Fördereinheiten das Öl hochpumpen und abtransportieren. Auch hierfür kommen bei Funden in der Tiefsee schwimmende Einheiten zum Einsatz. Dass die Ölgesellschaften die Zukunft  in der Tiefsee sehen, zeigt sich auch am Orderbuch, das die Bauaufträge für Bohrplattformen und -schiffe verzeichnet.Foto vergrößern Derzeit gibt es weltweit 624 Bohreinheiten, von denen 93 Bohrschiffe und Semisubs in Tiefen von über 2.500 Metern arbeiten können. Mit rund 40 Prozent machen diese Typen einen beachtlichen Teil der Neubestellungen bis 2011 aus. Mehr Plattformen und mehr Bohrungen in den weit von der Küste entfernten Tiefseefeldern bedeuten aber auch mehr Arbeit für Plattform-Versorgerschiffe. Die so genannten Platform Supply Vessels (PSV) fahren mehrmals in der Woche die Bohrinseln an und beliefern sie mit Nahrung, Baumaterial und Gerät. Die Anchor-Handling-Tugs (Ankerziehschlepper) transportieren die Schwimminseln zum jeweiligen Zielort. Vermögen die Vessels beide Aufgaben zu erledigen, handelt es sich um Anchor-Handling-Tugs-Supply (AHTS). Anleger können sich über geschlossene Fonds an solchen Schiffen beteiligen. Lesen Sie hier, wie sich die Zuliefer- und Schleppschiffe gegen die Wirtschaftsflaute stemmen - warum aber auch sie nicht unverwundbar sind.

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