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Björn Drescher ist Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Drescher & Cie.  | © Drescher & Cie.

Dreschers Fondsgedanken „Mischfonds sind verwundbarer als ihr Ruf“

Helden vollbringen in der Literatur außerordentliche Taten, an denen normale Menschen scheitern. Sie besiegen Riesen, Ungeheuer und zahlenmäßig überlegene Gegner, lösen Rätsel und überstehen Naturgewalten. Möglich machen die Heldentaten heroische körperliche und mentale Kräfte, Schnelligkeit, Ausdauer, Mut und List. Indes sind Helden in der Regel nicht unverwundbar, nicht einmal die, denen der Ruf vorauseilt. So sind selbst Siegfried an der Schulter und Achilles an der Ferse verletzbar. Obgleich völlig unwahrscheinlich, dass es sie dort erwischt, will die Dramaturgie, dass der Zufall es so will, -per Speer und Pfeil.

Was das alles mit Fonds zu tun hat? Der zwischenzeitliche Nimbus der Multi-Asset-Fonds, der die Investmentbranche neben den ETF in den letzten Jahren regelrecht dominiert hat, erinnert mich etwas an die Heldengeschichten. Sie erbringen lange Zeit herausragende Leistungen, scheinen auch in schwierigsten Situationen unbezwingbar und sind doch an einzelnen Stellen ebenso verletzlich wie ihre normalen Wettbewerber. Zum Verhängnis wird ihnen die zunehmende Korrelation der Assetklassen in Verbindung mit einem lang andauernden Niedrigzinsumfeld. Ein solches Szenario war historisch noch nie zuvor in dieser Intensität zu beobachten, ist aber eingetreten und droht die Helden nun vom Sockel zu stürzen.

Zumindest die Momentaufnahme dreijähriger Betrachtungszeiträume ausgewogener und defensiver Multi-Asset-Fonds hat das Zeug dazu, grenzenlose Stabilität von Erträgen und Kursen als Mähr erscheinen zu lassen. Einzelne Helden sind bereits gefallen, andere wanken und eine kleine Gruppe behauptet sich tapfer. Den Gefallenen zum Trost und den Anlegern zur Warnung sei daran erinnert, dass Heldengeschichten auch nach dem Scheitern der Protagonisten oft noch lange weiter erzählt und vermarktet wurden. 

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