Dreschers Fondsgedanken Nachwuchsförderung

Sorgt sich um den Berufsstand unabhängiger Finanzberater und Vermögensverwalter: Björn Drescher, Gründer und Chef der Beratungsgesellschaft Drescher & Cie. | © Drescher & Cie.

Sorgt sich um den Berufsstand unabhängiger Finanzberater und Vermögensverwalter: Björn Drescher, Gründer und Chef der Beratungsgesellschaft Drescher & Cie. Foto: Drescher & Cie.

Veranstaltungen wie der Fonds-Kongress rufen mir in der letzten Zeit immer wieder in Erinnerung, wie der Berufsstand unabhängiger Finanzberater und Vermögensverwalter, seien sie nun Einzelkämpfer oder in Gruppen organisiert, mit mir zusammen altert. Wo ist der Nachwuchs?

Sicher, Ausnahmen gibt es immer wieder: Einer hat seinen Sohn mitgebracht, der in die Fußstapfen des Vaters treten will, ein anderer einen jüngeren Kollegen, der unlängst von einer Bank in die freie Finanzberatung gewechselt ist. Aber diese Fälle scheinen mir die Regel eher zu bestätigen, als den Gegenbeweis anzutreten.

Machen wir uns nichts vor. „Independent Financial Advisor“ steht heutzutage nicht mehr unbedingt ganz oben auf der Liste der Traumberufe, die von Schul- und Universitätsabsolventen gefertigt werden. Die Regulierung und die Digitalisierung haben das Berufsbild der freien Finanzdienstleister verändert und viele von ihnen verunsichert, was es ihnen erschwert, sich selbst und damit auch andere für ihre Sache zu motivieren.

Zudem sind die Markteintrittsbarrieren höher geworden und hat auch das Image der Finanzbranche als solcher gelitten, was bei der Nachwuchsgewinnung belastend wirkt - von wandelnden Interessen und Wertvorstellungen der nächsten Generationen ganz zu schweigen.

Keine Angst: ich fordere keinen Artenschutz. Wohl aber würde ich mich über gezielte Nachwuchsförderung freuen, die ich in der Breite vermisse. Wo sind beispielsweise die „Stipendien“, die „Ausbildungen“, „Mentoren“, die Preise für erfolgreiche „Jung-Füchse“,„Prospects“ und „Ü30“ im Kreis der Finanzberater?

Produktanbieter, Verbände, Vertriebe, Pools, Plattformen und Berater sollten sich in dieser Angelegenheit stärker engagieren. Die Förderung des Nachwuchses liegt in ihrem eigenen Interesse. Sie belebt den Wettbewerb und sichert die Zukunft. Nicht nur, aber auch mit Blick auf die Nachfolgeregelung. Was man verlieren kann, weiß man leider oft erst dann zu schätzen, wenn es nicht mehr da ist