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Dreschers Fondsgedanken Schwarzer Schwan

Björn Drescher, Gründer und Chef der Kölner Beratungsgesellschaft Drescher & Cie.
Björn Drescher, Gründer und Chef der Kölner Beratungsgesellschaft Drescher & Cie. | Foto: Drescher & Cie.

Nicht nur, aber eben auch ein Corona-Virus. Wobei noch zu diskutieren wäre, ob eine Pandemie wie diese in letzter Konsequenz wirklich so überraschend ist, wie es oft dargestellt wird. Seuchen gab es in der Geschichte schließlich immer schon.

Und auch die jahrelangen Warnungen von Wissenschaftlern und die von Institutionen und Behörden erstellten Notfallpläne sprechen dagegen. Sie belegen aber auch, dass alles so lange blanke Theorie bleibt, bis man ein Ereignis und seine Folgen in der Praxis erlebt.

Weniger strittig dürfte indes die Erkenntnis sein, dass eine Pandemie derzeit weder von der Gesellschaft noch von den Finanzmärkten erwartet wurde und beide, in Form eines kombinierten Angebot- und Nachfrageschocks, herausfordert. Erst geht es um die Aufrechterhaltung der körperlichen Unversehrtheit und im Anschluss vielfach um die wirtschaftliche Existenz.

Der Fokus der Betrachtung liegt dabei oft auf Branchen, wie der Luftfahrt- und Automobilindustrie oder der Gastronomie. Hilfe und Unterstützung wird staatlicherseits aber auch Solo-Selbstständigen, wie zum Beispiel Heilpraktikern, Technikern und Künstlern in Aussicht gestellt.
Vergesst mir bei diesen Aufzählungen bitte auch nicht viele der Solo-Selbständigen und Kleinunternehmer aus der Finanzbranche.

In der Zwickmühle aus Regulierung und Digitalisierung schon seit Jahren hart rangenommen, sind sie jetzt gleich doppelt getroffen. Einerseits werden ihre laufenden Einnahmen aus Fondsbeständen im Gleichklang der Börsenkurse dezimiert. Andererseits fällt ihnen die nun dringend notwendige Betreuung ihrer bestehenden Kunden, angesichts der körperlichen Distanz, auf die sie gehen sollen, ebenso schwer, wie die Akquise neuer Zielgruppen, die sich in Anlagezurückhaltung üben.

Verschiedene Studien zeigen, dass die durchschnittlichen Bruttoprovisionseinnahmen untersuchter Vermittler- und Beraterschichten vor Kosten und Steuern schon vor der Corona-Krise in fünfstelligen Bereichen lagen, die den Vorurteilen manches Branchenkritikers kaum gerecht werden.

Hilfe bestünde übrigens unter Umständen einfach schon in der Möglichkeit, den avisierten Aufsichtswechsel der Anlageberater von den Gewerbeämtern zur Bafin zu verschieben oder ganz abzublasen. Haben wir derzeit echt keine anderen Sorgen?

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