Dünne Quartalszahlen, einige Hoffnung Trendwende der DWS lässt weiter auf sich warten

Solarkraftanlage in Sichuan, China: Die DWS hat zusammen mit Apple einen Fonds für erneuerbare Energien aufgelegt | © Apple

Solarkraftanlage in Sichuan, China: Die DWS hat zusammen mit Apple einen Fonds für erneuerbare Energien aufgelegt Foto: Apple

Es ist der übliche Fluch, sobald man an der Börse notiert ist (und außerdem auch noch zur Deutschen Bank gehört): Alle Quartalszahlen werden beäugt und ungeduldig abgewatscht. Genau das passiert gerade der Fondstochter der Deutschen Bank, der DWS, die nun ihre Ergebnisse fürs zweite Quartal meldete.

Sehen wir uns das Werk also einmal an und stellen tatsächlich fest: Bislang wollen sich Erfolge irgendwie nicht einstellen. 4,9 Milliarden Euro zogen Anleger netto im zweiten Quartal ab. Damit summiert sich der Abfluss seit Jahresbeginn auf 12,6 Milliarden Euro.

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Auch die Details zeigen nach unten. So flossen aus aktiv gemanagten Aktienfonds 2,0 Milliarden Euro ab. Die sind aber das Geschäftsfeld, das die höchsten Gebührensätze bringt. Dagegen sammelten die nicht so margenstarken passiven Fonds (also die ETFs) erneut Geld ein: diesmal 2,9 Milliarden Euro.

Die Marge sinkt

Das drückt die durchschnittlichen Einnahmen aus Managementgebühren nach unten. Die Marge sank von 31,0 Basispunkten (entspricht 0,31 Prozent) im ersten Quartal auf nunmehr 30,7 Basispunkte. Im Gesamtjahr 2017 lag sie im Schnitt noch bei etwa 31,5 Basispunkten. Aktive Aktienfonds bringen derzeit 75,1 Basispunkte Marge. Die ETF-Sparte spielt im Schnitt 24,6 Basispunkte ein, kostet aber auch weniger.

Dass das verwaltete Vermögen trotzdem im zweiten Quartal um 22 Milliarden Euro auf 687 Milliarden Euro stieg, liegt vor allem an einer Besonderheit, die schon Vertriebschef Thorsten Michalik im Interview erwähnte: dem Hang zum US-Dollar. Der zog im zweiten Quartal gegenüber dem Euro kräftig an, prompt verzeichnete die DWS ein Plus von 13 Milliarden Euro allein „aus Währungseffekten“, wie es so schön heißt.

Unterm Strich schaffte es das Unternehmen dann doch, Umsatz und Gewinn im Vergleich zum ersten Quartal zu steigern. Der Umsatz zog um 3 Prozent auf 576 Millionen Euro an, der Gewinn vor Steuern um 7 Prozent auf 149 Millionen Euro. Als wesentliche Gründe nennt man höhere Erfolgs- und Transaktionsgebühren.

Und die großen Fonds? Hier haben wir mal die Datenbank von Morningstar bemüht. Die errechnet für den DWS Top Dividende einen Netto-Abfluss von 564 Millionen Euro im zweiten Quartal. Beim DWS Vermögensbildungsfonds I sind es minus 94 Millionen Euro und beim DWS Concept Kaldemorgen minus 245 Millionen Euro. Der DWS Aktien Strategie Deutschland sammelte hingegen 212 Millionen Euro neu ein.

Und nun zurück zur Zukunft

Schön sind diese Zahlen am Ende sicherlich nicht. Aber sie sind eben auch nur Vergangenheit. Und wer sich mit Unternehmensführung ein bisschen auskennt, der weiß, wie schwer und langwierig es sein kann, das Ruder herumzureißen. Immerhin meldet die DWS schon mal ein paar ganz interessante Vorgucker auf die Zukunft. So wähnt man sich auf einem guten Weg, um die Kosten wie geplant um 125 bis 150 Millionen Euro im Vergleich zu 2017 zu drücken. Um den Vertrieb aufzumöbeln hat man „in wichtigen Märkten Europas eine Reihe erfahrener Kundenbetreuer“ eingestellt.

Obendrein hat man sich – den finanziell ja nicht ganz schwachen – Konzern Apple ins Boot geholt, um in China einen 300 Millionen Dollar schweren geschlossenen Fonds für Solar- und Windkraftwerke aufzulegen. Weitere ähnliche Projekte sollen folgen. Und für die Online-Investmentplattform Wise warb man den Versicherer Volkswohl Bund an, um künftig auch dessen fondsgebundene Rentenversicherung mit DWS-Produkten zu füllen. Ob die nächsten Zahlen das schon widerspiegeln? Wir werden es sehen.