„Durch Mietpreisbremse gerät der Markt aus dem Gleichgewicht“

Trotz der jüngsten Preisanstiege zeigt der deutsche Immobilienmarkt keine Anzeichen einer Blasenbildung. Davon ist Ingo Bofinger, Abteilungsleiter Immobilien bei Gothaer Asset Management überzeugt. Der Markt reagiere auf die steigende Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt, sagt er. So wurden im ersten Halbjahr 2013 9,6 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum.

Die Nachfrage nach Mietwohnungen in den Ballungszentren bleibe zwar hoch, so Bofinger weiter. Sowohl bei Bestandsobjekten als auch bei Neubauten steigen die Mieten - ein Trend, der sich zunächst weiter fortsetzen werde. Bei neuen Objekten im Luxus-Segment hingegen seien die Spitzenmieten leicht rückläufig, stellt der Immobilien-Experte fest. „Dies ist ein klarer Beleg dafür, dass der Markt die hohe Nachfrage bedienen kann“, meint er.

Das derzeit im Wahlkampf diskutierte Instrument der Mietpreisbremse hält Bofinger für falsch. „Gedeckelte Mieten könnten sogar zur Folge haben, dass der Markt wieder aus dem Gleichgewicht gerät.“

Immobilien als Kapitalanlage seien derzeit äußerst interessant, erklärt Bofinger. Das Zinstief führe dazu, dass die Renditen bei nicht selbst genutzten Immobilien überdurchschnittlich hoch seien. Gleichzeitig seien Wohnhäuser im Vergleich zu anderen Anlageklassen attraktiv bewertet.

Doch nur wer auf gute Objekte in exponierter Lage setzt, wird sich langfristig über gute Renditen freuen können - auch dann, wenn der Aufwärtstrend zu Ende ist. Mittelfristig wird das sicherlich der Fall sein, ist Bofinger überzeugt. „Irgendwann braucht jeder Markt eine Verschnaufpause“, sagt er. „Angesichts der aktuellen Neubauvolumina und des Trends zu steigenden Zinsen könnte dies in zwei Jahren der Fall sein.“

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