DWS Akkumula

So veränderte Köttner Kaldemorgens Strategie

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Seit mehr als einem halben Jahrhundert agiert der DWS Akkumula am Markt. Die Performance des Fonds kann sich mit 3.500 Prozent seit seiner Auflage 1961 sehen lassen. Aber auch annualisiert ergibt sich eine überaus attraktive Rendite: 6,8Prozent betrug sie Jahr für Jahr. Damit erweist sich der DWS Akkumula als echter Ausdauersportler. Kein Wunder, dass zahlreiche Altersvorsorge-Sparer auf den traditionsreichen Fonds vertrauen. Häufig ist er auch Bestandteil von Lebens- und Rentenversicherungen.

Stockpicking im Zentrum

Seit März 2013 verantwortet Andre Köttner die Geschicke des weltweit agierenden DWS Akkumula. Der Manager verfolgt einen anderen Anlagestil als sein bekannter Vorgänger Klaus Kaldemorgen. Während Letzterer vorwiegend volkswirtschaftliche Trends im Auge behielt, betätigt sich Köttner als Stockpicker. Nach seinem Selbstverständnis stehen Analyse und Selektion von Einzelunternehmen im Mittelpunkt.

Köttner berücksichtigt bei seinem Bottom-up-Ansatz nicht nur harte Kennzahlen wie Kapitalrendite oder Cashflow eines Unternehmens. Weiche Kriterien fließen ebenfalls in die Aktienauswahl ein: „Ich möchte das Geschäftsmodell vollständig verstehen und Vertrauen in dessen Zukunftsfähigkeit erlangen“, so Köttner. Er schaut sich dazu unter anderem an, ob eine Gesellschaft über ein leistungsstarkes Management verfügt und organisches Wachstum generiert. Potenzielle Konkurrenten sollten möglichst hohe Markteintrittsbarrieren vorfinden.

Gut gefallen Köttner hochkapitalisierte Marktführer aus den Industriestaaten. Diese verfügen im Idealfall über eine starke Bilanz und eine kaum angreifbare Position auf dem Weltmarkt. Überzeugen die Eckdaten, investiert er aber nicht nur in substanzstarke Größen der Old Economy. Wachstumsorientierte Technologieunternehmen hat Köttner ebenfalls im Visier.

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Reserviert steht Köttner dagegen Unternehmen gegenüber, die ihre Gewinne ausschließlich durch den Rückkauf eigener Aktien aufbauschen oder die sich mit Krediten belasten, um hohe Dividenden zu zahlen. „Wer Schulden aufnimmt und das Geld nicht in Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum investiert, dem wird der Umgang mit Krisenphasen deutlich schwerer fallen“, so die Begründung.

Des Weiteren begegnet Köttner den Schwellenländern mit Vorsicht, da er dort nur selten überragende Geschäftsmodelle entdeckt. Gesellschaften, die häufig staatlichen Eingriffen ausgesetzt sind, steht er ebenfalls reserviert gegenüber. So können Energieversorger und Telekomanbieter von regulatorischen Interventionen besonders stark betroffen sein.

Keine Währungswetten

Zum Selbstverständnis eines Stockpickers gehört es, vom Vergleichsindex abzuweichen. In einem Punkt schaut der Manager des DWS Akkumula aber doch genauer auf den MSCI Weltindex: Hinsichtlich Gewichtung der einzelnen Währungsräume will Köttner keine größeren Wetten eingehen, da er Wechselkursveränderungen für schwer prognostizierbar hält.

Der Anteil nordamerikanischer Unternehmen liegt mit 59 Prozent des Fondsvermögens recht hoch und orientiert sich damit am MSCI World. Der Portfoliomanager investiert gern in den USA – er schätzt die unternehmerische Vielfalt des dortigen Aktienmarkts: „In Nordamerika sind Geschäftsmodelle an der Börse notiert, die in Europa oder Asien so nie zu finden wären.“

Ist Köttner von einer Aktie überzeugt, behält er sie im Durchschnitt drei bis fünf Jahre lang. Pro Jahr werden somit 20 bis 30 Prozent des Portfolios umgeschlagen – ein vergleichsweise geringer Wert. Die Anzahl der gehaltenen Titel hat er nach Übernahme des DWS Akkumula auf rund 160 Titel erhöht. Auch das Segment der Nebenwerte findet Berücksichtigung.

Die Strategieänderung hat dem traditionsreichen Fonds der Deutschen Asset and Wealth Management gut getan. Nachdem Köttner den Akkumula neu ausrichtete, konnte dieser seine Performance deutlich steigern. Umso erfreulicher ist es, dass diese Leistung mit einer vergleichsweise defensiven Strategie einhergeht.

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