Fünf Basispunkte für die 600 größten Unternehmen Europas: Zu diesem Preis schickt die DWS seit dem 7. September einen neuen ETF an die Frankfurter Börse. Der Xtrackers Stoxx Europe 600 II Ucits ETF (ISIN: IE00003M6Z62) kostet 0,05 Prozent im Jahr. Zusammen mit dem Xtrackers Euro Stoxx Ucits ETF (ISIN: IE000G5ERG83) für 0,09 Prozent reklamiert Deutschlands größter Fondsanbieter damit gleich zwei Preisführerschaften.

Der Stoxx Europe 600 versammelt 600 Unternehmen aus 17 europäischen Ländern, neben der Eurozone auch Großbritannien, die Schweiz und Skandinavien. Der Index deckt Large, Mid und Small Caps ab.

Die Preisuntergrenze im Segment lag bislang bei 0,07 Prozent. Auf diesen Wert kommt der Amundi Core Stoxx Europe 600 Ucits ETF, der mit rund 21 Milliarden Euro das mit Abstand größte Produkt auf den Index ist. Denselben Preis rufen kleinere Anteilsklassen von iShares und der DWS selbst auf. Mit 0,05 Prozent liegt die Neuauflage zwei Basispunkte darunter.

Erster ETF der DWS auf den Euro Stoxx

Den zweiten ETF legt die DWS erstmals auf den Euro Stoxx auf. Der Index umfasst rund 300 Werte aus elf Ländern der Währungsunion und enthält neben Large Caps auch Mid und Small Caps. Er ist damit breiter aufgestellt als der bekanntere, stärker konzentrierte Euro Stoxx 50. Seit dem Start im Januar 1999 hat der breite Index den Euro Stoxx 50 nach Angaben der DWS um 39 Basispunkte pro Jahr übertroffen.

Bislang bildete nur ein einziger ETF diesen Index ab: Der iShares Euro Stoxx Ucits ETF (DE) von Blackrock verlangt 0,20 Prozent und verwaltet knapp 2,9 Milliarden Euro. Die DWS liegt mit ihren 0,09 Prozent elf Basispunkte darunter.

Angestoßen hat das Produkt ein Großanleger: Die DWS hat den ETF auf Wunsch des japanischen Genossenschaftsversicherers Zenkyoren aufgelegt. Nach Angaben des Anbieters ist es der erste europäische ETF, der für einen japanischen institutionellen Investor entwickelt wurde.

Serie von Gebührensenkungen

Die Neuauflagen reihen sich in eine Serie von Preissenkungen im europäischen ETF-Markt ein. Im März senkte die DWS die Gebühren von sieben Xtrackers-ETFs über 23 Anteilsklassen mit zusammen rund 20 Milliarden Euro Vermögen. Ende März reduzierte Invesco die Kosten seines MSCI-World-ETFs von 0,19 auf 0,05 Prozent. Im Mai verbilligte UBS fünf Core-ETFs; das Produkt auf US-Aktien kostet seitdem 0,03 Prozent. Im Juni senkte die DWS die Gebühr ihres FTSE-All-World-ETFs von 0,12 auf 0,07 Prozent, im Juli folgte Vanguard und reduzierte den FTSE All-World Ucits ETF mit rund 63 Milliarden Euro Vermögen von 0,19 auf 0,14 Prozent.