Barbara: Wie kam es dazu, dass du dich für nachhaltige Investments interessierst und einen Frauen-Fonds leitest?

Katharina: Nachhaltigkeit als Thema hat mich schon immer interessiert. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mich 2007, als ich bei der DWS angefangen habe, gefragt habe: „Wie kommt ein Fondsmanager dazu, bestimmte Aktien zu halten oder nicht? Hat jeder von ihnen eigene Prinzipien?“ Für mich war das schon damals sehr, sehr spannend. Aber vor zehn Jahren war die Datenlage noch sehr dünn und deshalb war es für uns sehr schwer, Unternehmen im Bereich Soziales Note zu geben. Erst in den vergangenen Jahren hat sich die Datenlage verbessert.

Tatsächlich verwalte ich aktuell nur nachhaltige Fonds. Vor über zehn Jahren habe ich zum ersten Mal die Idee gehabt, den „Women for Women Fonds“ aufzulegen. Und weil wir in den vergangenen Jahren sehr viel über Umwelt und Unternehmensführung gesprochen haben, waren die sozialen Themen weniger im Vordergrund. Wir sind der einzige reine Frauenfonds, der global und nachhaltig aufgestellt ist.

Christin: Euer Fonds zielt speziell auf die Bedürfnisse auch von Frauen ab. Warum braucht es so einen Fonds oder so ein Finanzprodukt für Frauen aus deiner Sicht?

 

Katharina: Wenn wir in einer perfekten Welt leben würden, dann hätten wir so einen Fonds wahrscheinlich nicht gebraucht. Aber die Fakten sprechen für sich, dass Frauen leider immer noch sehr wenig investieren. 80 Prozent der Frauen sparen regelmäßig. Aber nur jede achte Frau investiert in Aktienfonds. Und da Frauen zur ärmeren Hälfte der Bevölkerung gehören, müssen wir aktiv etwas tun.