DZ Bank und Union Investment wollen nicht mehr mit Nahrungsmitteln spekulieren

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Die DZ Bank und ihr Tochterunternehmen Union Investments beenden das Spekulationsgeschäft mit Agrarrohstoffen. Dies teilte die DZ Bank in einem Brief an die Verbraucherorganisation Foodwatch mit, die sich bereits seit längerem gegen die Spekulation mit Agrarrohstoffen einsetzt. Beide Unternehmen sind mit diesem Entschluss nicht allein. Bereits die Commerzbank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die Landesbank Berlin (LBB) und die Deka-Bank der Sparkassen haben das Spekulationsgeschäft mit Nahrungsmitteln beendet.

Der Vorstand der DZ Bank, Lars Hille, spricht sich zudem für eine stärkere Regulierung der Agrarrohstoffmärkte „durch die Einführung wirksamer Positionslimite an Börsen oder zentralen Clearing-Plattformen“ aus. Positionslimite dienen dazu, die Anzahl der Kontrakte auf den Terminmärkten zu begrenzen. Auf diese Weise sollen Auswüchse bei der Spekulation verhindert werden.

Um den Spekulationsexzesse im außerbörslichen Handel zu bekämpfen, schlägt Hill mehr Transparenz vor, zum Beispiel durch Abwicklung der Geschäfte auf sogenannten Clearing-Plattformen. Dabei handelt es sich um Zwischenhändler, bei denen die Finanzgeschäfte zentral und öffentlich abgewickelt werden, so dass allen Markteilnehmern Informationen zentral zugänglich sind.

Wertpapiere auf der Basis von Agrarrohstoffen lässt die DZ Bank dieses Jahr auslaufen. Produkte ohne Laufzeitende werden von den Börsen genommen oder den Kunden wird zum 3. Juni gekündigt. Agrar-Derivate von anderen Banken wird die DZ Bank nicht mehr vertreiben. Der Fonds Akzent Invest Fonds Best Portfolio (WKN: AK0A7A) wird derart umgestellt, dass keine Investitionen in Agrarrohstoffe mehr erfolgen.

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