Hype übertrieben, Aktie zu teuer Die Tesla-Aktie könnte zu den Verlierern gehören
Massiver Kostennachteil von E-Autos
Der Flaschenhals für die massenhafte Verbreitung von Elektro-Fahrzeugen ist nicht ihre technische Komplexität, sondern die Kosten. Von ihnen entfallen bei E-Autos derzeit noch im Durchschnitt rund 40 Prozent auf die teuren Batterien.
Dazu kommt, dass die Aku-Kosten und deren Größe bei zunehmender Leistung überproportional steigen. Der Tesla S 85 hat nur eine zehn Prozent größere Reichweite als der Bolt von Chevrolet. Die Batterie ist aber 40 Prozent größer. Bei Autos mit einer Batterie mit 20 Kilowattstunden entfällt weniger als ein Drittel der Gesamtkosten auf die Batterie. Bei Akkus mit 100 kWh sind es mehr als die Hälfte. Damit ist zu erwarten, dass die Hersteller von elektrischen Kleinwagen sehr viel schneller die Kostenparität mit herkömmlichen Fahrzeugen erreichen, als die Wettbewerber im Premiumsegment.
Klar ist aber auch, dass die Preise für Batterien mit den weltweit steigenden Stückzahlen weiter sinken werden. Das könnte für Autofahrer, die schon heute ein E-Auto kaufen, teuer werden. Denn mit den sinkenden Akku-Preisen dürften auch die Wiederverkaufswerte von gebrauchten Fahrzeugen nachgeben.
Autohersteller treten auf die Bremse
Der limitierende Faktor bei der massenhaften Verbreitung von E-Autos sind jedoch wahrscheinlich die Hersteller selbst. General Motors verbrennt angeblich 9.000 Dollar mit jedem Bolt, der verkauft wird. Beim Fiat 500 EV sind es wohl sogar 14.000 Dollar pro Fahrzeug. Vor diesem Hintergrund scheint es denkbar, dass die Autokonzerne, trotz aller Ankündigungen, den Verkauf von Elektroautos bremsen, sei es durch eine Begrenzung des Angebots oder durch (zu) hohe Verkaufspreise. Nur so lassen sich ihre Verluste bei E-Autos eindämmen.
Schließlich ist es überhaupt nicht ausgemacht, dass bei Benzinern bei der Reduzierung von Emissionen schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Das mag für die Motoren selbst gelten. Bei der Abgasreinigung sind dagegen noch spürbare technologische Weiterentwicklungen möglich. Das hatte es schon einmal mit der Einführung von Katalysatoren gegeben. Neue und bessere Abgasreinigungen könnten den Flottenverbrauch unter die vorgeschriebenen Emissionsobergrenzen senken – auch ohne den massenhaften Einsatz von E-Autos.
