Dank E-Boom Rohstoff-Preise unter Strom

Rennen der Formula E am 14. Juli in New York: Der Elektro-Ableger der Formel 1 erfreut sich großen Zuspruchs. Nach Audi und BMW wird ab 2019 auch Mercedes teilnehmen. | © Getty Images

Rennen der Formula E am 14. Juli in New York: Der Elektro-Ableger der Formel 1 erfreut sich großen Zuspruchs. Nach Audi und BMW wird ab 2019 auch Mercedes teilnehmen. Foto: Getty Images

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat es schon getan, kurz danach auch die britische Regierungschefin Theresa May: In beiden Ländern sollen die Behörden ab 2040 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zulassen. In Norwegen, Indien und den Niederlanden will die Politik sogar noch einen drauflegen und diskutiert ein Ende von Benzinern und Dieseln schon ab 2025 oder 2030. Verbote soll es wohl nicht geben, dafür aber mit Steuergeld geförderte und finanziell so reizvolle Angebote, dass Autofahrer sie nicht ablehnen können. Im Vorjahr setzten sich bereits knapp 40 Prozent aller norwegischen Neuwagen-Käufer hinter das Steuer elektrisch angetriebener Autos. Das ist Weltrekord.

Kampf gegen die Verbrenner

Nach dem Willen von Chinas mächtigem Staatschef Xi Jinping soll der größte Automarkt der Welt dem nicht lange nachstehen. Das Reich der Mitte will ab 2019 Hersteller verpflichten, bei ihren in der Volksrepublik verkauften Autos einen Mindestanteil alternativer Antriebe einzubauen. Im kommenden Jahr sollen die Autobauer 10 Prozent ihrer Neuwagen das Spritschlucken abgewöhnen, ab 2020 dann 12 Prozent. Zum Jahresbeginn hat die Regierung außerdem die Produktion von mehr als 550 Modellen mit Verbrenner verboten.

Von diesen Maßnahmen profitieren Unternehmen, die für diesen Wandel dringend benötigte Rohstoffe fördern. Denn je mehr sich die Autowelt von Kraftstoffen aus Öl abwendet, desto wichtiger werden Batterien, um die Elektromotoren anzutreiben. Und die verbrauchen gigantische Mengen an Material: Die aktuellen Akku-Systeme wiegen nach Angaben der Hersteller bis zu 700 Kilogramm pro Wagen. „Eine exponentiell zunehmende Zahl von Elektroautos wird den Bedarf an Metallen wie Kupfer, Kobalt und Lithium steigen lassen“, stellt Joachim Berlenbach fest, Gründer und Chef der Earth Resource Investment Group.

                       Illustration: SALSEN/iStock, Vecteezy.com; Quelle: Finanzen.net, Tradingeconomics.com, Metalradar.com, Stand 19. Juli 2018

Damit gehören auch Aktienfonds, die in Rohstoff-Gesellschaften investieren, zu den Gewinnern des Wirtschaftswandels. Der von Berlenbach gesteuerte Earth Exploration Fund UI beispielsweise weist ein jährliches Plus von 9,4 Prozent auf Sicht von fünf Jahren aus. Der beschleunigte Rohstoffverbrauch schlägt sich besonders in den kurzfristigen Ergebnissen nieder: Der Anteilspreis liegt 20,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor (siehe Tabelle Seite 28). Die bemerkenswerte Performance geht allerdings mit einem stark schwankenden Wert einher. Die Kennziffer Volatilität beträgt 28,7 Prozent. Und das, obwohl der Earth-Chef die Fonds-Investments streut und neben Minenaktien auch ein Drittel des Vermögens in Energiekonzernen hält.