E-Sport, Nachhaltigkeit, Kryptowährungen Das sind die 3 Zukunftstrends bei passiven Fonds 2019

E-Sport, Kryptowährungen wie der Bitcoin und Nachhaltige Investments: Diese drei ETF-Trends bringt das Jahr 2019, sagt Dominik Poiger, Portfoliomanager beim New Yorker Asset Manager Vaneck. | © Jamie McInall, Pixabay

E-Sport, Kryptowährungen wie der Bitcoin und Nachhaltige Investments: Diese drei ETF-Trends bringt das Jahr 2019, sagt Dominik Poiger, Portfoliomanager beim New Yorker Asset Manager Vaneck. Foto: Jamie McInall, Pixabay

Das in den 70er-Jahren von Atari herausgebrachte Videogame Pong gilt als Urvater der Computerspiele. Das Prinzip: Ein Punkt wird mit einem senkrechten Balken, der nach oben und unten verschoben werden kann, über eine Linie geschlagen – quasi wie beim Tennis. Lässt man den Ball am Schläger vorbei, erhält der Gegner einen Punkt.

Pong ist so etwas wie ein Vorbote für die heutigen High-Tech-Computerspiele. Inzwischen konkurrieren die Anbieter um Millionen von Kunden. Im vergangenen Jahr (2017) stiegen die Einnahmen des Markts um 10,7 Prozent und erreichten einen Umsatz von 116 Milliarden US-Dollar. Die Unterhaltungskategorie E-Sports wächst seit 2015 im Schnitt um 40 Prozent pro Jahr und hat weltweit 380 Millionen Nutzer – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Milliardenmarkt Computerspiele

E-Sports bezeichnet den sportlichen Wettkampf, den Menschen weltweit über Computerspiele austragen. Motorisch sind vor allem Hand-Augen-Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit von Bedeutung – aber auch strategisches Denken. E-Sports wird in einigen Ländern von den etablierten Sportverbänden sogar als Sportart anerkannt, einige Bundesligavereine unterhalten eigene E-Sports Teams, hauptsächlich für die von EA Sports entwickelte Fußballsimulation FIFA.

Dominik Poiger, Vaneck

Spieler erhalten bei verschiedenen Wettbewerben Preisgelder. Gerade in Südkorea, aber auch anderen asiatischen Ländern sind die Cyberathleten angesehene Berühmtheiten. Finanziell ist jedoch der Deutsche Dota 2-Spieler Kuro Takhasomi (26) vom E-Sports-Powerhouse „Team Liquid“ der erfolgreichste Spieler der Welt – mit einem Gesamtgewinn von bisher mehr als 4 Millionen Dollar.

Die Resonanz ist auch beim Publikum gigantisch: Die „League-of-Legends-Weltmeisterschaft“ 2017 zog global zum Beispiel mehr Zuschauer an als die entscheidenden Spiele der World Series (Baseball USA), des NBA-Finals (Basketball USA) und des Stanley Cups (Eishockey USA) im selben Jahr. Regelmäßig füllen Turniere für Videospiele wie FIFA, StarCraft 2, League of Legends und Dota 2 Hallen und teilweise Arenen rund um den Globus. Angesichts der einer rapide wachsenden Weltbevölkerung, die zum großen Teil jung, wohlhabend und loyal ist, dürfte die Computerspiel-Industrie für Anleger durchaus ein spannendes Thema sein.

Weitere Trends als Renditetreiber

Technologisch und aus Investorensicht steckt besonders in „digitalen Assets“ enormes Potenzial. Während dieser Markt in den vergangenen Jahren hauptsächlich von Kleinanlegern getrieben wurde, sorgt eine immer stärker werdende Institutionalisierung für breitere Akzeptanz der Technologie an sich und führt institutionelle Anleger an diese neue Assetklasse heran.

Durch die Erfindung der Blockchain-Technologie, die wie eine Art öffentliches Grundbuch funktioniert, könnte der internationale Zahlungsverkehr komplett digitalisiert und damit einfacher, billiger und sicherer werden. Aber nicht zur Banken oder Finanzintermediäre sind durch die Entwicklung beunruhigt. Ein großes Potential liegt in der Eliminierung von Intermediären aller Art in einer zunehmenden Sharing Economy.

Environment, Social, Governance

Ein anderes zukunftsträchtiges Investmentfeld sind Unternehmen, in denen die Investmentthemen Environment, Social, Governance (ESG) eine wichtige Rolle spielt. Ökologische und soziale Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung rücken bei immer mehr Investoren in den Vordergrund. Erst im Mai 2018 kündigte beispielsweise der Versicherer Allianz an, sich bis 2040 aus dem Versicherungsgeschäft für Kohlekraftwerke und andere fossile Brennstoffe zurückzuziehen. Nachhaltig handeln ist en vogue und wird durch verschiedenste weltweite Regelungen und Abkommen verankert. Von diesen Entwicklungen können ESG-Investoren profitieren.

Wer globale Trends frühzeitig erkennt, kann von den Märkten profitieren. Allein darauf sollten sich Anleger jedoch nicht verlassen. Unabhängig davon, welche Trends und Phasen an den Märkten den Ton angeben, gilt immer noch das eherne Investmentgesetz: „Time in the market, not timing the market.“ Um an den Kapitalmärkten Geld zu verdienen, muss man langfristig orientiert und investiert sein. Die Historie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit sinkt, an der Börse Geld zu verlieren, je länger man im Markt investiert ist. Seit 1950 gab es keinen rollierenden 20-Jahres-Zeitraum, in dem man mit Aktien, Anleihen oder einem gleich gewichteten Portfolio keinen Gewinn erzielt hätte.