Ebase-Chef Rudolf Geyer „ETF-Kaufquotient erreicht historischen Höchstwert“

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den hauseigenen Kundenportfolios. | © Ebase

Rudolf Geyer: Der Sprecher der Geschäftsführung der B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) erklärt die wichtigsten Bewegungen in den hauseigenen Kundenportfolios. Foto: Ebase

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DAS INVESTMENT: Welche Trends zeichnen sich in der Depot-Analyse für August ab?

Rudolf Geyer: Wie bereits im Vorjahr kam es im Hochsommer zu einem leichten Rückgang der Handelsaktivität. Mit einem Wert von 90 Prozentpunkten lag die Handelsaktivität geringfügig unter dem Durchschnitt des Vorjahres. Ein Grund dafür ist, dass zahlreiche Anleger zu dieser Zeit im Urlaub sind und während dessen eher keine Umschichtungen in ihren Portfolios vornehmen. Diejenigen Ebase-Kunden, die jedoch gehandelt haben, bauten ihr Fondsportfolio weiter aus. Der Fundflow-Faktor, welcher das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen zeigt, war mit einem Wert von 1,16 deutlich positiv. Die Nettomittelzuflüsse lagen also 16 Prozentpunkte über den Nettomittelabflüssen.

Welche Anlagen waren besonders gefragt?

Geyer: Im August waren insbesondere Aktienfonds gefragt. Der Kaufquotient lag hier bei 1,44. Regional betrachtet erwarben die Ebase-Kunden dabei insbesondere Anlagen in Europa, den USA sowie mit einem weltweiten Fokus. Daneben bestand auch ein ausgeprägtes Interesse an Mischfonds. Der Kauquotient lag hier bei 1,19.

Wie war die Situation bei Rentenfonds?

Geyer: Im Gegensatz zu Aktien- und Mischfonds standen Rentenfonds eher auf den Verkaufslisten der Ebase-Kunden. Der Kaufquotient lag hier bei 0,76. Die Ebase-Kunden trennten sich dabei besonders häufig von Fonds mit einem Anlegeschwerpunkt in Deutschland und Europa. Rentenfonds, die in den USA investieren, wurden dagegen überwiegend gekauft.

Gibt es Unterschiede in den Nachfragetrends zwischen aktiv gemanagten Fonds und ETFs?

Geyer: Die Handelshäufigkeit bei ETFs lag im August 21 Prozentpunkte über dem durchschnittlichen Niveau des gesamten letzten Jahres. Dabei hat der Kaufquotient mit 3,01 einen historischen Höchstwert erreicht. Dieser ist zwar seit Januar 2016 kontinuierlich positiv, liegt nun jedoch erstmals bei über drei.