Ebase-Chef Rudolf Geyer „Im Mai haben sich die Anleger defensiver positioniert“

Rudolf Geyer: Der Ebase-Chef nennt die wichtigsten Fonds-Trends im Mai 2019. | © Ebase

Rudolf Geyer: Der Ebase-Chef nennt die wichtigsten Fonds-Trends im Mai 2019. Foto: Ebase

DAS INVESTMENT: Welche Trends zeichnen sich in der Depot-Analyse für Mai 2019 ab?

Rudolf Geyer: Auch die deutlichen Marktschwankungen im Mai haben das Interesse der Ebase-Kunden an Fondsanlagen nicht abflauen lassen. Im Mai wurden erneut mehr Fondsanteile gekauft als verkauft. Der Fundflow-Faktor, welcher das Verhältnis von Mittelzuflüssen und -abflüssen anzeigt, war im Mai mit 1,05 positiv. Die Ebase-Kunden haben also etwa 5 Prozent mehr Geld in Fondsanteile angelegt als aus Fonds abgezogen.

Die B2B-Direktbank European Bank for Financial Services (Ebase) führt mehr als eine Million Kundendepots mit einem Volumen von insgesamt rund 33 Milliarden Euro. In einer exklusiven Kooperation liefert Ebase DAS INVESTMENT Daten zu Handelsaktivitäten und Mittelzuflüssen – sowohl zu Fondskategorien als auch auf Einzelfondsebene.

Handelsaktivität über Durchschnitt

Die von den angeschlossenen Fondsberatern getätigten Umsätze mit aktiv gemanagten Fonds sind im Mai relativ gestiegen: Das Handelsvolumen lag 4 Prozentpunkte über dem Durchschnittswert des Vorjahres. Im September waren es zwischenzeitlich 23 Prozentpunkte weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Stand: 1. Juni 2019 Grafik: Ebase

Erläuterung: Die Handelsaktivität basiert auf dem Handelsvolumen und lässt unmittelbare Rückschlüsse auf den aktuellen Jahrestrend zu. Ein Wert von über 100 steht für eine überdurchschnittliche Handelsaktivität der Fondsberater im Vergleich zum mittleren monatlichen Handelsvolumen des Vorjahres. Ein Stand unter 100 zeigt eine unterdurchschnittliche Handelsaktivität an.

Lesebeispiel: Im Dezember 2018 betrugen die Umsätze bei aktiv gemanagten Fonds 96 Prozent des Vorjahresdurchschnitts, lagen also um 4 Prozentpunkte darunter.

Wie haben sich die Anleger im Mai positioniert?

Geyer: In der volatilen Marktphase im Mai haben sich die Ebase-Kunden tendenziell defensiver positioniert. Im Zuge dessen wurden Aktienfonds überwiegend verkauft. Dabei haben sie sich insbesondere von solchen Fonds getrennt, die in Europa oder den USA anlegen. Bei global anlegenden Aktienfonds wurden die Bestände hingegen leicht ausgebaut.